gesundes Schulessen … eine Ministerin wirbt ….

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack hat vor Dutzenden Anbietern von Schulessen für gesündere und ansprechendere Mahlzeiten geworben.

«Wir brauchen mehr Akzeptanz für gesundes Essen», sagte sie am Montag auf einem Treffen märkischer Schulcaterer. Dabei gehe es um Aussehen, Qualität und Geschmack des Essens. Insbesondere an weiterführenden Schulen nutzen nach Angaben der von Bund und Land finanzierten Vernetzungsstelle Schulverpflegung derzeit nur ein Viertel aller märkischen Schüler das Angebot eines warmen Mittagessens. Unter Grundschülern sind es noch mehr als die Hälfte.

An 97 Prozent der Brandenburger Schulen können Schüler demnach mittags eine Mahlzeit zu sich nehmen. Doch nur an einigen wenigen werde noch selbst gekocht, sagte Maren Daenzer-Wiedmer von der Vernetzungsstelle. Überwiegend sorgen daher die mehr als 80 Caterer im Land für das Essen. Eltern zahlen zwischen 0,95 und 3,90 Euro pro Mahlzeit. Sozial schwächere Familien können zum Beispiel über das Bildungspaket des Bundes einen Zuschuss bekommen.

An der Qualität des gereichten Essens bestehen durchaus Zweifel: Jüngst waren Forscher der Hochschule Niederrhein in einer deutschlandweiten Studie nach fünf Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass 90 Prozent der Schulen hierzulande die Qualitätsstandards für gesundes Essen verfehlen.

Wie es besserginge, resümierten die Autoren ebenfalls: So gehörten etwa jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Fisch und Vollkornprodukte auf den Speiseplan. Auch vegetarisches Essen sollte angeboten werden. Zudem dürfe das Essen nicht zu lange warmgehalten werden, da dadurch Nährstoffe und Geschmack verloren gingen.

Die Vernetzungsstelle wollte mit dem Treffen der Caterer positive Beispiele aus Brandenburg bekannter machen. Zu ihnen zählte etwa die Frischeküche Groß Glienicke aus Potsdam. Seit anderthalb Jahren versorgt der Anbieter neben einer Kita und einem Hort auch eine Schule. Für 2,30 Euro gibt es zwei Menüs inklusive Getränke und Nachtisch zur Auswahl. «Das Essen kommt nach spätestens einer halben Stunde auf den Tisch», sagte Koch Geralt Nijboer.

Über 80 Prozent der Kinder würden das Angebot der Frischeküche wahrnehmen, ebenso wie rund drei Viertel der Lehrer und Erzieher. Die Kinder könnten auch Wünsche für den Speiseplan äußern. Dann gebe es auch mal Karamellpudding oder Pizza, erzählte Nijboer. «Aber natürlich nicht so oft.»

Ministerin Tack empfahl den Caterern, die Schüler zu befragen, wie sie das Essen finden. Zudem forderte sie mehr regionales Obst und Gemüse auf den Speiseplänen der Brandenburger Schulen. Am sogenannten Schulobstprogramm der Europäischen Union beteiligt sich Brandenburg indes nicht. In den teilnehmenden Ländern bekommen Schüler regelmäßig kostenloses Obst.

Tack verwies auch auf die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für gesundes Essen. Sie sind freiwillig, verpflichtende Standards gibt das Land nicht vor.

…. das Problem dürfte nur sein : es kostet mehr als jetzt. Nicht viel aber doch mehr – für die Kinder die es dringend bräuchten ist es wahrscheinlich unerschwinglich – wenn nicht jemand anderes dafür bezahlt.

Zukunftsstrategie für lebenswerte ländliche Räume

Um die ländlichen Räume in Deutschland als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume zu stärken, sie attraktiv zu halten und nachhaltig zu gestalten, hat die Bundesregierung in der Kabinettssitzung am Mittwoch eine ressortübergreifende Strategie für lebenswerte ländliche Räume beschlossen.

Die Grundlage für diesen Fortschrittsbericht mit konkreten Zielen und Maßnahmen wurde von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums erarbeitet. „Die ländlichen Räume in Deutschland sind vielfältig: Sie sind Lebensraum und Wirtschaftsstandort, sie bieten Erholung in Wäldern und an Seen, sie vereinen land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, moderne Siedlungen und historisch gewachsene Gemeinden. Ziel der Bundesregierung ist es, das jeweilige Potenzial der ländlichen Räume zu fördern und sie fit für die Zukunft zu machen“, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Das Leben findet in Deutschland überwiegend auf dem Land statt: 65 Prozent der Bevölkerung lebt außerhalb von Großstädten. Auch der überwiegende Teil der 3,5 Millionen Wirtschaftsbetriebe in Deutschland ist in der Fläche zu finden. Das gleiche gilt für Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. Vor diesem Hintergrund benennt der Bericht Herausforderungen und Chancen für die drei Handlungsfelder „Wirtschaft und Arbeit“, „Daseinsvorsorge und ländliche Infrastrukturen“ sowie „Umwelt und Natur“.

Die Strategie der Bundesregierung stellt heraus, wie die ökonomischen, sozialen und ökologischen Erfordernisse mehr als bisher auf die regionalen Verhältnisse zugeschnitten und die Eigenverantwortung der Regionen gestärkt werden können. So wird es 2012 ein Modellvorhaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Namen „LandZukunft“ geben. Dabei werden Menschen mit Unternehmergeist bei innovativen Projekten begleitet, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen und Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen zu sichern. Damit reagiert die Bundesregierung auch auf den demografischen Wandel, der oftmals dazu führt, dass die Bevölkerung im ländlichen Raum nicht nur abnimmt, sondern auch immer mehr junge Menschen abwandern. Schon jetzt ist in einigen Regionen über ein Viertel der Menschen älter als 65 Jahre. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sollen über das Projekt neue Ansätze für den ländlichen Raum erprobt werden.

Darüber hinaus gibt es einen Mikrokreditfonds für Kleinunternehmer und Existenzgründer im ländlichen Raum, über den Mikrokredite von bis zu 20.000 Euro vergeben werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Fortschrittsbericht ist die medizinische Versorgung im ländlichen Raum: Mit dem seit Januar gültigen Versorgungsstrukturgesetz will die Bundesregierung bestehende Versorgungslücken schließen. Die geplanten Maßnahmen berücksichtigen die Belange der Patientinnen und Patienten auf dem Land und machen die Regionen für Mediziner attraktiver.

„Mit der Verabschiedung des Fortschrittsberichtes setzt die Bundesregierung ein weiteres starkes Zeichen unserer Verantwortung für die ländlichen Räume und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland“, so die Ministerin.

Die von der Bundesregierung eingesetzte interministerielle Arbeitsgruppe „Ländliche Räume“ hatte im April 2009 ein Handlungskonzept der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der ländlichen Räume vorgelegt. Es wurde der Auftrag erteilt, die Politikbereiche besser zu koordinieren. Mit dem Fortschrittsbericht zur Entwicklung ländlicher Räume legt die Bundesregierung eine übergeordnete Strategie für die ländlichen Räume vor. Die Aktivitäten der Bundesregierung werden darin im Sinne eines integrierten Politikansatzes besser aufeinander abgestimmt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Landwirtschaft ist Pflege der Kulturlandschaft …..

Artenschutz, Pflege der Kulturlandschaft und landwirtschaftliche Nutzung sind für die Stiftung Kulturlandpflege keine unüberwindbaren Gegensätze, sondern gehen Hand in Hand.

„Mit geeigneten Mitteln und Konzepten und in der Verantwortung der Grundeigentümer haben wir mehr als 160 Projekte begleitet und weiterentwickelt“, verdeutlichte Bernhard Haase jetzt als Vorsitzender der Stiftung gegenüber dem Stiftungsrat als deren oberstem Gremium. Sie repräsentiert mehr als 240.000 Grundeigentümer in Niedersachsen mit einer Fläche von mehr als 2,1 Mio. ha und stellt damit ein in dieser Größenordnung einmaliges Kooperationspotenzial. Ein Anliegen der Stiftung liegt darin, die Beteiligten im Flächenmanagement und zu deren Entwicklung zusammenzubringen.

Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten der Stiftung zählen die von der Nordzucker AG übernommenen Wierther Teiche mit einer Größe von 52 ha im Landkreis Peine. Im Landkreis Wolfenbüttel hat die Stiftung eine Fläche in den Barnstorfer Teichwiesen erworben und ein Amphibiengewässer anlegen lassen. Zu den Maßnahmen der Stiftung zählt außerdem der Aushub von zwei Laubfroschgewässern in der Gemarkung Röddensen in der Region Hannover.

Neben dem Engagement in herausgehobenen Projekten, die zum Teil in das Eigentum der Stiftung überführt wurden, bietet die Stiftung in Seminaren, über Informationsbroschüren und auch den direkten Kontakt Schulungen und Weiterbildungen an. Auf großes Interesse stößt beispielsweise ein Kurs zur landschaftsgerechten Heckenpflege gemeinsam mit dem Förderverein Norddeutsche Landschaftspflegeschule, der von Mitarbeitern an Bauhöfen, Lohnunternehmern wie auch einzelnen Interessenten gut angenommen wurde. Auf Bundesebene arbeitet die Stiftung Kulturlandpflege mit Schwesterorganisationen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern zusammen. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Kulturlandschaft werden sie auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin über Feldvögel in der Agrarlandschaft informieren und zu einem Vogelstimmenquiz einladen. Mehr Informationen zur niedersächsischen Stiftung Kulturlandpflege unter www.stiftung-kulturlandpflege.de

Strategien gegen die Winterkälte ….

Die einen verbrauchen weniger Energie, die anderen legen sich ein neues Fell zu, und Dritte heizen ihren Bau:

Wildtiere entwickeln unterschiedliche Strategien gegen Frost. Darauf hat der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz am Dienstag angesichts des nahenden Winters hingewiesen. Rotwild etwa könne seinen Herzschlag auf 30 Schläge in der Minute halbieren. Das spart Energie. «Möglichst wenig Bewegung heißt die Devise – daher braucht das Wild in dieser Jahreszeit besonders viel Ruhe.»

Rehe bekommen laut dem Verband auch ein besonderes Fell: «Ihr langes, hohles Winterhaar ist im Gegensatz zum kurzen Sommerkleid stark gewellt, wodurch gut isolierende Luftpolster entstehen.

Schwarzwild dagegen hat eine dichte Unterwolle, die wie warme, lange Unterwäsche funktioniert.» Zum Ruhen begeben sich die Schwarzkittel unter dichte Büsche, die sie vor Wind und Wetter schützen.

Dachse dagegen sorgen schon im Herbst für ein gemütliches Zuhause. Dann schaffen sie nach Angaben des Jagdverbands Pflanzenmaterial in ihren Bau, das beim Verrotten Wärme abgibt und so als Heizung dient.

Igel und Siebenschläfer wiederum machen sich erst gar nicht so viel Mühe – sie verschlafen den Winter. Bereits im Herbst suchten sie sich dafür «ein gemütliches Plätzchen», hieß es.

Minister Lindemann veröffentlicht Auswertung zur Anwendung von Antibiotika bei Nutztieren

Nach Aufarbeitung von niedersachsenweit erhobenen Daten zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung liegt nun der Bericht des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung vor.

Der Bericht beinhaltet detaillierte Daten, etwa zur Häufigkeit von Behandlungen in Mastdurchgängen, zur Dauer von Behandlungen und zu den eingesetzten Wirkstoffen. Am 10. November 2011 hatte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann anlässlich einer Landtagsdebatte zum Antibiotikaeinsatz bereits erste Zahlen aus der Erhebung bekanntgegeben.

Ausweislich des Berichts kamen in ca. 83% der untersuchten Masthühnerbetriebe und in 92% der Betriebe mit Putenaufzucht und -mast antimikrobiell wirksame Stoffe zum Einsatz. Bei Mastschweinen setzten 77% der Betriebe, bei der Aufzucht von Mast-Jungrindern (Fresser) 80% und in den Mastkälberbeständen 100% der Betriebe Antibiotika ein. Dabei schwankte der Antibiotikaeinsatz nicht nur von Betrieb zu Betrieb, sondern vor allem auch von Mastdurchgang zu Mastdurchgang innerhalb eines Betriebes.

Aus den Ergebnissen der niedersächsischen Arzneimittelerhebung lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Größe eines Tierbestandes und der Häufigkeit des Arzneimitteleinsatzes ableiten. Auch lässt die Häufigkeit der Anwendung von Antibiotika keine Aussage über deren illegale Behandlung zu.

Diese und weitere Erkenntnisse sind Grundlage für die von Minister Lindemann während der November-Plenarsitzung vorgestellte Minimierungsstrategie zum Antibiotikaeinsatz. Die Strategie sieht unter anderem vor, dass die im Bericht vorgestellte „Therapiehäufigkeit künftig betriebsindividuell” erfasst werden soll. Die Therapiehäufigkeit ermöglicht einen Vergleich von Arzneimitteleinsätzen und gibt Tierhaltern und bestandsbetreuenden Tierärzten ein Instrument an die Hand, den Arzneimitteleinsatz positiv zu beeinflussen.

Die Weitergabe von Erfahrungen aus Erzeugerbetrieben, die durch keinen oder geringen Antibiotikaeinsatz und ein effektives Tierhaltungsmanagement gekennzeichnet sind, gilt es dabei zu nutzen.

Die Minimierungsstrategie umfasst auch eine sachliche Bewertung der Erhebungsergebnisse. „Zu schnell werden gelegentlich nicht zutreffende Schlüsse aus Erhebungen gezogen”, erklärt Minister Lindemann. Ein Beispiel ist die Resistenzentwicklung bei MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)-Keimen. Vorschnell wurde die Tierhaltung als hauptsächliche Ursache für die Resistenzentwicklung dieses Krankheitserregers gegen Antibiotika verantwortlich gemacht.

Untersuchungsergebnissen zufolge sind die normalerweise beim Menschen vorkommenden multiresistenten Keime zumeist nicht dieselben, die in der Tierhaltung vorkommen.

Gänse werden teurer ….

Der deutsche Gänsemarkt bleibt sehr stark auf Importe angewiesen. Die deutsche Bruttoeigenerzeugung lag in den vergangenen Jahren bei rund 4.000 t. Die Importe betragen ein Vielfaches der hiesigen Produktion.

Daher errechnet sich ein sehr geringer Selbstversorgungsgrad, im Jahr 2010 lag er nur noch bei 13,3 %. Hauptlieferland für Gänsefleisch ist Polen, gefolgt von Ungarn. Der Verbrauch konzentriert sich auf die Zeit vom St. Martinsfest bis zum Jahresende. Mit nur rund 400 g pro Einwohner und Jahr entspricht er dem Gewicht einer Gänsekeule.

Knappes Angebot

Die diesjährige Versorgungssituation mit deutscher Ware wird in den meisten Regionen als knapp bezeichnet. Diese Einschätzung stützt sich auf aktuelle Meldungen der Landwirtschaftskammern bzw. der Süddeutschen Bauernverbände. Die in Kooperation von MEG und AMI ausgewerteten Meldungen ergaben auf den unterschiedlichen Vermarktungsstufen folgende Preise.

Bei der Direktvermarktung von frischen Gänsen an die Endverbraucher wurde eine breite Preisspanne ermittelt, wobei die Spitzenpreise sich in der Regel auf ökologisch erzeugte Tiere beziehen. Die Erzeuger erzielten zwischen 8,00 und 14,20 Euro je kg. Damit blieb die Untergrenze im Vergleich zu 2010 unverändert. Viele Melder nannten aber höhere Preise, so dass sich für 2011 ein Schwerpunktpreis von 10,63 Euro je kg ergab, das waren 0,32 Euro je kg mehr als im Vorjahr.

Beim Verkauf frischer Gänse vom Erzeuger an Einzelhandel, Metzger und Gastronomie ergab die Erhebung eine Spanne von 6,50 bis 9,50 Euro je kg. Die ermittelten Verbraucherpreise für frische Gänse lagen im Einzelhandel 2011 zwischen 9,90 und 13,70 Euro je kg.

Weniger Importware

Nach dem Preissturz für gefrorene Gänse im Jahr 2009, hatten sich die Preise 2010 im Saisondurchschnitt wieder von 2,98 Euro auf 3,61 Euro je kg erholen können. Dies ergab die Auswertung des AMI-Verbraucherpreisspiegel. Erste Meldungen für 2011 ergaben einen mittleren Preis von 4,58 Euro je kg. Allerdings liegen diesen Preisen erst wenige Meldungen zu Grunde. Hintergrund der höheren Preise für Frostware ist das geringere Angebot an polnischer Ware am deutschen Markt

Pilz macht Eschen den Garaus


Massiver Pilzbefall lässt derzeit viele Eschen in Mitteleuropa sterben.
Betroffen sind auch weite Teile Deutschlands, so zum Beispiel Niedersachsen.
Befallene Bäume verlieren dabei mitten in der Vegetationszeit ihr Laub und zeigen kahle Kronen. Betroffen sind Eschen aller Altersklassen, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in einer Pressemitteilung. Es trifft aber vor allem die jüngeren Pflanzen, die je nach Standort einen Totalverlust erleiden können. Doch auch immer mehr ältere Bäume sind erkrankt, und es muss damit gerechnet werden, dass sie bald absterben. Nur wenige Standorte sind noch weitgehend vital.

Ursache für das Absterben der Eschen ist ein Pilz. Es handelt sich dabei um eine Nebenfruchtform des bekannten „Eschenblatt-Stengelbecherchens” (Hymenoscyphus albidus), das im natürlichen Kreislauf die abgefallenen Blätter der Esche zersetzt. Diese Nebenfruchtform (Chalara fraxinea) ist seit Kurzem als ein Hauptverursacher des Eschentriebsterbens identifiziert worden. Daneben ist jetzt eine zweite schädigende Erscheinungsform dieses Pilzes (Hymenoscyphus pseudoalbidus) entdeckt worden. Ungeklärt ist bisher, warum eine lange bekannte und bisher nützliche Pilzart plötzlich Pflanzen derart schädigen kann.

Die Erkrankung ist bei massivem Auftreten der Symptome nicht zu bekämpfen. Die Infektion der Eschen erfolgt vermutlich über den Blattaustrieb, daher auch der deutsche Name der Erkrankung: „Eschentriebsterben”. Andere Arten wie Eichen oder Buchen befällt der Schädling nicht.

Ähnlich wie bei dem seit über 30 Jahren grassierenden „Ulmensterben” geben einzelne, noch völlig intakte Bäume in stark befallenen Beständen Hoffnung auf die Erhaltung dieser wichtigen Laubholzart. Daraus könnten in Zukunft resistente Pflanzen gezüchtet werden.

Private Grundstücksbesitzer sollten geschädigte Bäume sorgfältig entfernen und die Zweige baldmöglichst verbrennen, um die weitere Ausbreitung einzudämmen. Angesichts des Krankheitsdrucks kann es sich dabei aber nur um Schadensbegrenzung handeln. Neuanpflanzungen, so rät die Kammer, sollten vorerst unterbleiben.


 

 

 


Nebenerwerbslandwirtschaft – ein wichtiger Faktor zur Sicherung der Funktionsfähigkeit ländlicher Räume

In Baden-Württemberg werden fast zwei Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Die Nebenerwerbslandwirtschaft ist seit Jahren eine konstante Größe. Nebenerwerb ist häufig die Folge unzureichenden Einkommens in der Landwirtschaft. Nicht selten handelt es sich auch um einen bewussten Entschluss für mehrere wirtschaftliche Standbeine zur finanziellen Absicherung der Betriebsleiters und seiner Familie.

Die Nebenerwerbsbetriebe in Baden-Württemberg verfügen über ein beachtliches Produktionspotential. Sie tragen dazu bei, dass die heimische Landwirtschaft ein vielfältiges, abwechslungsreiches und regionales Nahrungsmittelangebot aufrecht erhalten kann.

Das enge Netz von Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben sichert die Infrastrukturen der vor- und nachgelagerten Bereiche der Landwirtschaft. Des Weiteren braucht es sowohl Haupt- als auch Nebenerwerbsbetriebe, um die Anforderungen in den Bereichen von Natur- und Umweltschutz erfüllen zu können.

Ohne die Nebenerwerbslandwirtschaft ließe sich eine flächendeckende Landbewirtschaftung in vielen Regionen des Landes nicht aufrechterhalten. Dies ist jedoch Voraussetzung für eine ausreichende und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion und die von der Gesellschaft geforderte Offenhaltung und Pflege der Landschaft.

„Die Nebenerwerbslandwirtschaft ist ein unverzichtbarer Faktor zur Sicherung der Funktionsfähigkeit der ländlichen Räume” so Siegfried Nägele, der Vorsitzende des Nebenerwerbsausschusses des Landesbauernverbandes (LBV) auf einer Tagung des Ausschusses in Neidlingen.

Die Nebenerwerbsbetriebe sind wichtige Multiplikatoren, die mit ihren außerlandwirtschaftlichen Berufen in die Gesellschaft hineinwirken. „Sie sind damit ein wesentliches Bindeglied zwischen Landwirtschaft und außerlandwirtschaftlicher Bevölkerung” betont Nägele.

Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe unterscheiden sich zunehmend weniger. Die Aktivitäten der Nebenerwerbslandwirte beschränken sich schon längst nicht mehr nur auf den Feierabend oder das Wochenende. Ebenso gibt es immer mehr Haupterwerbsbetriebe, die ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten durch betriebliche Diversifizierung auf mehrere – auch außerlandwirtschaftliche – Standbeine stellen.

Beide Betriebsformen sollten sich nicht als Konkurrenten sehen. Sie sind in gleicher Weise für die Erfüllung der gesellschaftlichen Ansprüche an eine moderne Landbewirtschaftung notwendig.

Dies setzt – so Nägele – voraus, dass „sowohl innerhalb der Landwirtschaft als auch im politischen Bereich, die Möglichkeiten erhalten bzw. geschaffen werden, dass die Landwirtschaft im Haupt- und Nebenerwerb gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft an eine multifunktionale, wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft bewältigen kann.”

EDEKA Rhein-Ruhr macht Verbrauchern nachhaltig gefangenen Fisch schmackhaft …

Wer in den kommenden Wochen in EDEKA-Märkten der Region Rhein-Ruhr einkaufen geht, kommt „nachhaltig ins Schwärmen“.

Dies ist einer der Leitsprüche, unter denen EDEKA in den Filialen der Region Rhein-Ruhr als erster deutscher Einzelhändler seine Kunden in einer umfassenden Kampagne dazu aufruft, beim Fischeinkauf auf das blaue MSC-Siegel zu achten, um eine umweltbewusste Wahl zu treffen. Die Aktion startet am 26. September und läuft vorerst bis Ende des Jahres. Sie soll das nachhaltige Fisch-Angebot bei der EDEKA Rhein-Ruhr bekannt machen und Verbrauchern helfen, das MSC-Siegel zu verstehen.

Das Gebiet der EDEKA Rhein-Ruhr erstreckt sich über ganz Nordrhein-Westfalen und angrenzende Gebiete in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. In vielen Filialen mit Frischfischtheken wird das Fischsortiment aus zertifizierter nachhaltiger Herkunft mit MSC-Siegel vorgestellt. Ansprechend gestaltete Informationsmaterialien wie Poster, Flyer, Regaletiketten und Thekenschilder sollen Verbraucher an der Frischetheke und an Tiefkühl- und Kühlregalen über Fisch mit MSC-Siegel informieren. Die Kampagne wird unterstützt von Anzeigen im EDEKA-eigenen Handzettel, über Online-Kommunikation sowie über EDEKA-LKWs, die mit der Botschaft „Frisch verliebt in nachhaltigen Fisch” über Deutschlands Straßen fahren werden.

Aus zahlreichen Umfragen geht hervor, dass die nachhaltige Herkunft von Produkten bei deutschen Verbrauchern immer mehr an Bedeutung gewinnt. „Deshalb hat die EDEKA sich umfassend zu einem nachhaltigen Fischangebot verpflichtet. Wir haben zusammen mit unseren Lieferanten in den vergangenen Monaten stark an einer Ausweitung unseres MSC-gesiegelten Sortiments gearbeitet und möchten die Resultate nun unseren Kunden vermitteln”, sagt Karen Baethke, Qualitätsmanagement-Beauftragte der EDEKA Rhein-Ruhr.

„Wir freuen uns sehr, dass sich die EDEKA Rhein-Ruhr so überzeugend für Fisch aus MSC-zertifizierter nachhaltiger Fischerei einsetzt. Viele Verbraucher möchten umweltbewusst einkaufen, doch sie wünschen sich ein einfaches Instrument, das ihnen diese Handlung erleichtert. Mit dem MSC-Siegel steht ihnen ein solches Instrument zur Verfügung”, sagt Marnie Bammert, Leiterin des MSC-Büros für den deutschsprachigen Raum. Das MSC-Siegel sagt Käufern auf einen Blick, dass der Fisch aus einem nachhaltig arbeitenden Fischereibetrieb stammt, der die Fischbestände und die Lebensräume im Meer erhält. „Die EDEKA Rhein-Ruhr kommt den Ansprüchen von Verbrauchern nach, der Einkauf von Fisch aus nachhaltigen Quellen ist im Unternehmen fest verankert, was gleichzeitig Fischern einen Anreiz setzt, sich nachhaltig zu verhalten und Fisch zahlreich zu halten”, so Bammert weiter

Regionale Lebensmittel ehrlich kennzeichnen …..

Regionalität ist ein Megatrend. Immer mehr Verbraucher greifen gerne und immer öfter bei regionalen Lebensmitteln zu.

Sie wünschen sich Erzeugnisse, die sie mit einem guten Gefühl konsumieren können, weil sie ehrlich und transparent in einer vertrauten Gegend erzeugt und mit heimischen Zutaten produziert wurden und keine langen Transportwege hinter sich haben. Doch der aufkommende Regionalboom kann leider auch dazu führen, dass der Regionenbegriff überstrapaziert wird und immer mehr Produkte, die die Bezeichnung eines regionalen Erzeugnisses nicht verdienen, als solche bezeichnet und vermarktet werden. Mangelnde Klarheit und Eindeutigkeit schwächt aber die Idee der regionalen Vermarktung.

Bereits der Begriff “Regionale Lebensmittel” legt nahe, dass bei den damit bezeichneten Erzeugnissen Produktion, Verarbeitung, Vermarktung und Konsum räumlich nahe beieinander liegen und dass es sich um Erzeugnisse handelt, die in besonderer Weise mit einer bestimmten Region, dort erzeugten Rohstoffen sowie traditioneller Erzeugungsmethoden und Rezepturen verbunden sind. Sie sorgen in der Region für Wertschöpfung und für den Erhalt regionaler Arbeitsplätze. Kurze Transportwege sparen Energie und schonen die Umwelt. Somit sollte die Verwendung der Bezeichnung regionalen Erzeugern und Regionalvermarktungsinitiativen vorbehalten bleiben, die ihre Produkte ehrlich und transparent für den Verbraucher herstellen und vermarkten. Es liegt auf der Hand, dass regionale Handelsmarken und Erzeugnisse von industriellen Großunternehmen der Ernährungswirtschaft, die Regionalität lediglich suggerieren, diesem Gedanken nicht entsprechen können und für Marketingaussagen zuweilen missbraucht werden.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz setzt sich in enger Abstimmung mit anderen Landwirtschaftskammern im Bundesgebiet und Zusammenschlüssen landwirtschaftlicher Direktvermarkter dafür ein, einen glaubhaften Ansatz für die Definition regionaler Produkte zu finden. Diesen möchte sie in die allgemeine Diskussion mit einbringen, wobei auch Wert auf Praktikabilität gelegt wird. Unbestritten ist, dass Monoprodukte (Obst, Gemüse, Honig, Fleisch) mit Herkunftsbezeichnung zu 100 Prozent aus einer definierten Region stammen müssen. Bei aus mehreren Komponenten zusammengesetzten Lebensmitteln (Brot, Wurst, Teigwaren, Müsli) muss jedoch eine differenziertere Betrachtung erfolgen. Eine Forderung, dass bei diesen mindestens 95 Prozent der Rohstoffe aus regionaler Erzeugung stammen müssen, würde die Vielfalt regionaler und traditioneller Produkte erheblich einschränken. Außer Frage steht aber, dass alle wertbestimmenden Rohstoffe, insbesondere wenn sie in der Bezeichnung des Produktes benannt sind, aus der Region kommen müssen. Direktvermarkter gehen hier noch weiter. Denn Erzeugnisse vom Bauernhof stammen von namentlich benannten Betrieben, in denen Landwirtsfamilien die Verantwortung für ihre Produkte vom Feld oder Stall bis zum Verkauf tragen.

Doch jeder, der bei dieser Frage ehrlich und sachlich mitdiskutiert, weiß, dass es auch bei regionalen Lebensmitteln Zutaten gibt, die nicht aus der Region stammen (können), und dass durch ihren Zusatz der regionale Charakter des Produkts nicht beschädigt wird oder gar verloren geht. Produkte, wie Fruchtaufstriche, Obstsirupe oder Hartweizennudeln, können solche Zutaten enthalten. Der Bezug von Zucker, Gewürzen oder Hartweizengrieß aus der Region ist oft faktisch gar nicht möglich. Jeder informierte Verbraucher weiß dies und akzeptiert dies auch, sofern garantiert ist, dass die wertgebenden Zutaten nachvollziehbar regional erzeugt wurden. Bei Bestandteilen, die außerhalb der bezeichneten Region zugekauft werden müssen, sollte der Betrieb auf die nächstmögliche Bezugsquelle zurückgreifen. Nach Auffassung der Landwirtschaftskammer handelt es sich dann trotz Zukauf doch um ein glaubwürdiges regionales Produkt, wenn in den genannten Fällen beispielsweise das verarbeitete Obst bzw. die im Nudelteig verarbeiteten Eier garantiert von einem regionalen Erzeuger stammen. Ähnliches gilt für den Zukauf von Gewürzen, die für die Herstellung von Fertigprodukten notwendig sind. Da viele nicht in Deutschland und schon gar nicht regional angebaut werden, ist ein Bezug aus anderen Quellen unvermeidbar. So manches Produkt ließe sich nur als anonyme Handelsware vermarkten, würde man einen 95-prozentigen Bezug aus der Region fordern. Artikel, die nicht aus der Region stammen, aber eine sinnvolle oder notwendige Ergänzung des Verkaufssortiments darstellen, müssen im Hinblick auf ihre Herkunft eindeutig bezeichnet werden. Erstrebenswert ist schon, den Bezug der Zutaten so weit wie möglich aus der Region zu sichern und diesen so zu kennzeichnen, dass eine größtmögliche Transparenz und Klarheit geschaffen wird. In der Praxis ist es aber oft nicht möglich, ein neues Etikett anzufertigen, wenn eine nicht wertbestimmende Zutat aus einem anderen Ursprungsgebiet bezogen werden muss.

Die Landwirtschaftskammer möchte gerne ihren Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um regionale Produkte leisten und begrüßt, dass das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz derzeit Leitlinien für eine klare und transparente Regionalkennzeichnung erarbeitet. Dabei sollte im Einvernehmen mit Vertretern landwirtschaftlicher Direktvermarkter, dem Bundesverband der Regionalbewegungen und fachkundigen Beratern Definitionen, Abgrenzungen und Bewertungen vorgenommen werden, die Erzeugern vor Ort genügend Raum geben, aus ihren eigenen Rohstoffen schmackhafte Lebensmittel in einer für die Regionen typischen Vielfalt herzustellen, und den Verbrauchern eine ehrliche Information über die Inhaltsstoffe ermöglicht. Eine Regionalkennzeichnung mit klaren Definitionen schützt Erzeuger wie Konsumenten vor Missbrauch, Irreführung und Täuschung.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz teilt die Überzeugung der Landesregierung, wonach die Zukunft der Landwirtschaft in der regionalen Wertschöpfung liegt, ja dass die Landwirtschaft geradezu verpflichtet ist, ihren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung zu leisten. Der Kreis regionaler Erzeuger ist es, der die Möglichkeiten aber auch die Grenzen glaubwürdiger regionaler Produkte am besten kennt und dessen Streben es ist, die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung solcher Produkte vor Ort zu stützen. Und genau diese Produkte sind es auch, die Verbraucher als regionale Produkte zu schätzen wissen

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