Die erste geschrumpfte Butter ist da … 200 statt 250 Gramm …
Butter wiegt ein halbes Pfund. Mit diesem Standard macht Netto Marken-Discount jetzt Schluss und legt die erste Deutsche Markenbutter in einer Verpackung mit 200 Gramm ins Kühlregal.
Die Schrumpfung ist gesetzlich erlaubt, denn seit dem Jahr 2000 sind die Packungsgrößen für Butter frei vom Hersteller wählbar. Doch bisher hatte sich kein Anbieter an das Minimieren des Gewichtes der klassischen Butter in Stanniolpapier gewagt. Bei Netto schrumpfte zwar auch der Preis von 99 Cent auf 79 Cent. Doch aufs Gramm gerechnet ist die Butter nicht billiger geworden. Von einem ‚Aktionspreis’, wie ihn der Anbieter im Internet und in Prospekten bewirbt, kann also keine Rede sein.
„Für den kleinen Kauf“ steht links oben auf der Butter, offenbar als Begründung für die geschrumpfte Verpackung. Doch so mancher Verbraucher will gar keinen „kleinen Kauf“, sondern greift aus Gewohnheit nach dem Butterpaket und vermutet ein Schnäppchen, ohne auf die Gewichtsveränderung zu achten. Und ein kleiner Kauf ist das Produkt für Singles ohnehin nicht – bei lediglich 50 Gramm Reduzierung. Dafür gibt es schon längst 125-Gramm-Packungen.
Die Molkerei Sachsenmilch, die für Netto die Butter produziert, gehört zur Firma Alois Müller, die bereits das Müllermilch-Kakaogetränk von 500 auf 400 Milliliter minimiert hatte.
Die Verbraucherzentrale befürchtet, dass die neue Schrumpfbutter Türöffner für die Verkleinerung auch bei anderen Buttermarken ist. So will Kerrygold bei der Halbfettbutter dem Netto-Beispiel folgen. Campina verkauft die Marke „Buttergold“ bereits in einem 225-Gramm-Plastikbecher.
Zwar steht das neue Gewicht bei Netto vorne auf der Butterverpackung. Doch zahlreiche Verbraucherbeschwerden, die in den letzten Tagen die Verbraucherzentrale erreichten, zeigen die Verwirrung bei den Kunden. Nur der Grundpreis am Regal schafft Preisklarheit. Verbraucher sollten sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und ganz genau auf die Gewichtsangaben achten.

Verbraucher 2010 – Qualität statt Quantität .. spricht für Slow Food
Wie erlebt der Durchschnittsbürger ein Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010?
Konsumforscher Wolfgang Twardawa hat eine ziemlich genaue Vorstellung: «Er sitzt mit Freunden zu Hause vor dem neuen Flachbildschirm und feiert anschließend den erhofften Sieg im Garten mit Grillwürstchen und Bier.» Damit beschreibt Twardawa die Verbrauchertrends, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in diesem Jahr erwartet: Die Deutschen werden bescheidener, sie verbringen mehr Zeit mit Familie und Freunden zu Hause, und wenn sie sich etwas Teures gönnen, dann am liebsten fürs traute Heim – wie eben das neue Fernsehgerät.
«Homing» nennt sich dieser Trend, der nach Twardawas Meinung noch zunehmen wird. Denn immer mehr Menschen sind von Arbeitslosigkeit betroffen und direkt bedroht, spüren die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise also ganz unmittelbar. Ihr Anteil steigt von 21 Prozent der Haushalte im Jahr 2008 über 23 Prozent (2009) auf schon 27 Prozent in diesem Jahr. Nochmals ebenso viele Haushalte sind krisengefährdet: Ihre Situation ist also noch stabil, kann aber schnell ins Wanken geraten.
Das wirkt sich auf die Konsumstimmung aus, denn Arbeitslosigkeit oder die Angst davor beeinflussen das Konsumverhalten stärker als fast alle anderen Faktoren. Betroffene Haushalte schränken ihre Ausgaben für die Güter des täglichen Bedarfs um zehn Prozent ein. Diese Menschen gehen selten ins Restaurant, beim Einkauf greifen sie häufiger zu billigen Handelsmarken.
Für den Lebensmitteleinzelhandel erwartet die GfK deshalb in diesem Jahr Umsatzverluste von 600 Millionen Euro (minus 0,4 Prozent), für die Gastronomie noch einen viel stärkeren Rückgang. Auch der Reisemarkt ist angespannt. Aber es gibt auch Gewinner: Baumärkte gehören ebenso dazu wie die Anbieter von Unterhaltungselektronik. Gefragt ist alles, was das eigene Heim verschönert und das Wohnen angenehm macht: Gartenmöbel und Pflanzen, Staubsauger, Kaffeemaschinen oder Home-Entertainment-Systeme.
Und noch auf einen zweiten Trend muss sich die Wirtschaft einstellen: Ihre Vertrauenswürdigkeit wird künftig viel stärker hinterfragt. «Eine der wichtigsten Erkenntnisse bei den Verbrauchern kann mit dem Motto “Gier frisst Hirn” umschrieben werden», erläutert GfK-Experte Twardawa. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe die Prioritäten der Verbraucher verändert. Hoch im Kurs stehen Werte wie Sicherheit, Vertrauen, Verantwortung, Solidarität und Verzicht; man konsumiert bewusster, übt mehr Bescheidenheit und verzichtet auf Überflüssiges. «Qualität statt Quantität» ist das Motto.
Denn viele Bürger hätten das Vertrauen in die Wirtschaft verloren, sie suchten nach Verlässlichkeit, Integrität und Fairness. Wer kann das bieten? «Traditionsmarken haben einen hohen Vertrauensbonus», weiß der Marketing-Experte. Wachstumschancen sieht er auch für den Bio-Bereich, für Naturkosmetik, Gesundheitsprodukte, fair gehandelte Waren und regionale Erzeugnisse

Rotstiftpreise für Frühstücksflocken, Pflanzenöl und Erdnuss-Snacks und jetzt zuletzt für Butter…..
Seit Jahresanfang setzt sich das Preisscharmützel im deutschen Lebensmitteleinzelhandel fort. Nach bereits zwei Preissenkungsrunden im Januar reduzierten in dieser Woche Lidl und die Supermärkte von Rewe, Tengelmann und Edeka die Preise für Butter und folgten damit mal wieder der Vorlage des Discountmarktführer Aldi. Anders als im vergangenen Jahr, als gesunkene Rohstoffpreise Ursache für insgesamt zwölf Reduzierungsrunden war, treibt jetzt vor allem der scharfe Wettbewerb den Preiskampf voran. Bauern und Produzenten betrachten die Entwicklung schon wieder mit Sorge. Freuen dürften sich höchstens die Verbraucher.
Offiziell begründen beispielsweise die Discounter ihre Preisreduzierungen weiter mit den Einkaufsvorteilen, die sie an die Kunden weitergegeben würden. «Wir verhalten uns da branchenkonform», heißt es beim Edeka-Discountableger Netto. Aldi empfiehlt sich in Zeitungsanzeigen sogar als das Unternehmen, dem die Menschen am meisten vertrauen: «Deshalb folgen wir konsequent unserem Grundsatz, nur Produkte von hoher Qualität dauerhaft zum günstigen Preis anzubieten.»
Der Handelsinformationsdienst Planet Retail sieht in den Preisreduzierungen für Butter auch noch keine neue Preissenkungsrunde. «Butter ist allerdings ein Eckprodukt, bei dem jeder auf den Preis guckt und die Preiswürdigkeit des Unternehmens misst», sagt Discount-Experte Matthias Queck. Die jetzige Preissenkung sei auf erneut kürzere Vertragszyklen und die «Schwäche des Fettpreises» zurückzuführen.
Signalwirkung von Aldi gefährlich
Die Entwicklung sei aber wegen der Signalwirkung so gefährlich. «Wenn Aldi vorlegt, gilt das oft über Monate und manchmal sogar Jahre.» Darauf müssten sich dann auch die Erzeuger einstellen. Dauerpreissenkungen hätten da ganz andere Auswirkungen als Sonderpreisaktionen. Als Beispiel nennt Queck die Preissenkung für Salz, die Aldi im Jahr 2000 vornahm und die bis auf eine leichte Korrektur bei der Euro-Einführung immer noch gilt. Auch die Politik ist erneut besorgt: «Wenn nur der Preis entscheidet, geht das irgendwann zulasten der Qualität und damit letztlich zulasten der Verbraucher», sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bereits Mitte Januar.
Der Bauernverband und die Ernährungsindustrie fordern dazu auf, die Lebensmittel nicht länger zu verschleudern. Milch, Obst und Gemüsebauern fürchten wieder um ihre Existenz. «Die Milchbauern hatten ein extrem schwieriges Jahr, nach wie vor stehen viele mit dem Rücken zur Wand», heißt es beim Bauernverband. Nach Ansicht des deutschen Fruchthandels müssten die Erzeugerpreise je nach Produkt um fünf bis 15 Prozent höher liegen.
Preiskampf Ursache für Umsatzminus
Der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie zufolge sind die Preissenkungsrunden auch schuld daran, dass der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr um vier Prozent zurückging. Auch die Gewerkschaft Verdi sieht darin eine Ursache für die herben Einbußen des Einzelhandels. Dessen Umsatz war im vergangenen Jahr mit einem realen Minus von 1,8 Prozent so stark gesunken wie seit sieben Jahren nicht mehr. Nach Ansicht des Branchenverbands HDE macht der Markt aber die Preise. «Das sollten sich Erzeuger und Industrie klar machen», betont HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Im vergangenen Jahr seien die Preise im Schnitt um 1,2 Prozent gesunken. Das habe nur die deutlichen Preissteigerungen von 2008 korrigiert.
Nach Einschätzung des Handelsexperten Queck spielt bei der aktuellen Preisentwicklung auch die weiterhin unsichere wirtschaftliche Situation eine Rolle. Experten gingen davon aus, dass die Verbraucher die Auswirkungen der Krise in diesem Jahr deutlich mehr als 2009 zu spüren bekommen. «Da bringt sich so manches Unternehmen jetzt in Stellung und versucht sich über die eigene Preiswürdigkeit zu positionieren», betont Queck.

ein gutes Beispiel aus Sachsen … genetische Vielfalt wird gefördert
Die Haltung seltener oder vom Aussterben bedrohter Haustierrassen kann in Sachsen auch künftig unterstützt werden. Das Kabinett hat dazu gestern die neue Förderrichtlinie Tierzucht (RL TZ/2010) beschlossen.
Sachsen sichert genetische Vielfalt in der Landwirtschaft „Genetische Vielfalt ist eine wichtige Voraussetzung für die Landwirtschaft. Sie sichert die Anpassungsfähigkeit in Zeiten, in denen sich nicht nur die Wünsche der Verbraucher ändern, sondern auch die Umwelt- und Produktionsbedingungen“, so Landwirtschaftsminister Frank Kupfer. Allerdings können den Landwirten bei der Haltung seltener Rassen Nachteile entstehen, wenn diese weniger leistungsfähig als konventionelle Rassen sind. „Mit den Fördermitteln können wir den Haltern einen teilweisen Ausgleich für diese Nachteile sichern“.
Die Förderung erfolgt im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Die Höhe der Haltungsprämie liegt für Tiere der Rasse „Rheinisch-Deutsches Kaltblut“ und „Rotes Höhenvieh“ bei 200 Euro pro Jahr. Züchter der Rasse „Deutsches Sattelschwein“ erhalten jährlich 100 Euro. Für Tiere der Rassen „Merinofleischschaf“, „Ostfriesisches Milchschaf“, „Leineschaf“, „Skudde“ und „Thüringer Waldziege“ werden jährlich 30 Euro gezahlt. Voraussetzung für die Förderung ist, dass betreffende Rassen über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gehalten werden.
Anträge für die Haltungsprämien können nach der Genehmigung der Förderrichtlinie durch die Europäische Kommission jährlich bis zum 15. Mai über die anerkannten Züchtervereinigungen (Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e. V., Sächsischer Rinderzuchtverband e. G., Mitteldeutscher Schweinezuchtverband e. V. und Sächsischer Schaf- und Ziegenzuchtverband e. V.) gestellt werden

Kritik an mangelnder Unterstützung des EU-Schulfruchtprogramms …
Deutschland bei gesunder Ernährung weit abgeschlagen
”In Deutschland wird nach wie vor viel zu wenig Obst und Gemüse verzehrt.” Dies erklärte der Vize-Präsident des Deutschen Fruchthandelsverbandes e.V. (DFHV), Thomas Bittel anlässlich der Eröffnung der FRUIT LOGISTICA in Berlin.
Na klar muss er ja auch sagen – als Lobbist .. Recht hat er aber trotzdem. Die Politiker streiten sich lieber um die Verteilung der Gelder als um die Verteilung des Obstes.
Nach Angaben der GFK Nürnberg wurden in Deutschland 2009 pro Kopf knapp 69 Kilogramm Obst und Gemüse verzehrt. Die Weltgesundheitsorganisation, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und viele andere Organisationen empfehlen einen Konsum von rund 600 Gramm am Tag. “Von diesen Werten sind wir in Deutschland mit einem Konsum von rund 250 Gramm am Tag weit entfernt”, so Bittel. Offensichtlich falle es schwer, insbesondere jungen Verbrauchern die Wertigkeit von Obst und Gemüse zu vermitteln. Computerkenntnisse seien selbstverständlich, aber “immer weniger Kinder können eine Orange von einer Grapefruit unterscheiden oder wissen, wie Wirsing und Auberginen schmecken”, führte Thomas Bittel aus. Auch unter diesem Aspekt sei es mehr als bedauerlich, dass in Deutschland die Bundesländer ein so sinnvolles Projekt wie das EU-Schulfruchtprogramm – wenn überhaupt – nur sehr zögerlich umsetzten. “Hier wurde und wird eine große Chance vertan, den Konsum von Obst und Gemüse gerade bei jungen Menschen zu steigern”, fügte Bittel in einen Gespräch hinzu.

Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern kritisiert Preissturz bei Butte
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Neubrandenburg – Bauernpräsident Tietböhl hat die Senkung der Butterpreise um bis zu 20 Prozent als „verwerfliche Handelspolitik“ bezeichnet.
Die neue Preissenkungswelle der Discounter stoße bei den Milchbauern auf Kritik und erzeuge Widerstand, so Rainer Tietböhl in einer Reaktion auf eine Handelsinformation.
Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn Handelspartner auf der einen Seite sogenannte „Faire Milch“ und Milchprodukte zu höheren Preisen anbieten und auf der anderen Seite Handelsunternehmen den Preis für ein „Schlüsselprodukt“ wie Butter senke. Vor allem die großen deutschen Discounter versuchten im vergangenen Jahr immer wieder, mit Niedrig-preisangeboten Kunden auf Kosten der Milchbauern in ihre Geschäfte zu locken, kritisiert Tietböhl.
Der Bauernverband wird weiter darum ringen, dass die Milchproduktion als Wirtschaftszweig im ländlichen Raum erhalten bleibt. „Wer Milch produziert, muss davon leben können“, fordert Tietböhl für seine Berufskollegen und deren Familien.
Die Discounter Aldi, Penny und Norma senkten den Preis für das 250-Gramm-Päckchen Butter am Montag von 99 Cent auf 79 oder 80 Cent. Der Handel gibt damit nach eigenen Angaben gesunkene Lieferanten-preise an die Verbraucher weiter. Die Preise für Milch und Milchprodukte haben in den vergangenen Monaten eine Berg- und Talfahrt erlebt.

National und globalisiert zugleich: der “McItaly” … Slow Food positioniert sich kritisch ….
Quelle : derstandar.at
Streit um den Hamburger in Grün-Weiß-Rot
von Georg Desrues | 31. Jänner 2010, 17:53
Fastfood-Laberl “McItaly” weckt Slowfood-Kritik – und Skepsis bei Italiens Bauern
Ausgerechnet in der McDonald’s-Filiale am Fuße der Spanischen Treppe in Rom, vor der vor zwanzig Jahren aus einem Protest gegen die US-Fastfood-Kette die Slow- Food-Bewegung entstand, präsentierte Italiens Landwirtschaftsminister Luca Zaia (Lega Nord) vergangene Woche eine neue Burger-Linie: den “McItaly” .
Unter des Ministers offizieller Schirmherrschaft arbeitet McDonald’s ab sofort vermehrt mit italienischen Ingredienzien – und zwar nicht irgendwelchen. Zwischen Fleisch- und Brotlaberln – von zwar italienischer, sonst aber nicht näher definierter Herkunft – wird man von nun an auch solche Produkte finden, die in Italien als nationales Kulturgut gelten: kaltgepresstes Olivenöl ebenso wie original Parmigiano Reggiano und römische Artischocken bis hin zu Südtiroler Schinkenspeck.
“Den McItaly erwartet eine große Zukunft. Er wird uns helfen, die Identität der exzellenten italienischen Landwirtschaft zu globalisieren” , sagte Minister Zaia. “Schon das Wort ‚globalisieren‘ verheißt nichts Gutes” , entgegnete Carlo Petrini, Gründer und Präsident von Slow Food, einer Organisation, die genussvolles, bewusstes und regionales Essen propagiert. “Globalisierung bedeutet Gleichmacherei – und die entspricht weder der kulinarischen noch der landwirtschaftlichen Identität Italiens.”
“Die Zusammenarbeit mit McDonald’s wird es den Bauern erlauben, tausende Tonnen unserer Produkte im Gegenwert von 3,5 Milliarden Euro monatlich umzusetzen” , erklärt hingegen der Minister. “Den Bauern und uns geht es darum, welchen Preis McDonald’s für die Produkte bezahlt. Erst wenn man das weiß, kann man beginnen, über den Wert der Aktion nachzudenken. Einstweilen hoffen wir, dass man nicht nur darauf abzielt, ‚Italien‘ als Marke zu instrumentalisieren und die Bauern auszunützen.”
Ausländische Imbisslokale sind der radikal-populistischen Lega Nord schon länger ein Dorn im Auge. Während aber die Lega einerseits Kebab-Buden in Stadtzentren verbieten will, hat man sich beim amerikanischen Burger-Riesen für eine Strategie nach dem Motto “If you can’t beat them, join them” entschieden.
Möglich ist natürlich auch, dass die Aktion dazu dient, das Image der italienischen Landwirtschaft aufzupolieren. Diese geriet zuletzt in Verruf, als vielen Italienern bei Ausschreitungen zwischen illegalen, zu Sklavenlöhnen angeheuerten afrikanischen Feldarbeitern und der Bevölkerung des Ortes Rosarno bewusst wurde, unter welchen Bedingungen ihr billiges Gemüse erzeugt wird. (Georg Desrues aus Turin, DER STANDARD, Printausgabe 1.2.2010)

Grüne Kartoffeln … besser nicht …..
Hierzulande kennt man Karoffeln hauptsächlich mit gelber Schale und gelbem Fleisch. Sie können aber, je nach Sorte, unterschiedlich gefärbt sein, sowohl die Schale als auch das Fleisch: Die Palette reicht von rötlich über blau bis hin zu dunkelviolett. Nur grüne Sorten gibt es nicht – dennoch findet man beim Einkauf immer wieder grüne Kartoffeln bzw. nehmen sie zu Hause während der Lagerung diese Farbe an.
Grünverfärbungen entstehen durch Licht: Sind die Knollen längere Zeit Licht ausgesetzt, bilden sie Chlorophyll – das Blattgrün. Helligkeit und Dauer der Belichtung fördern die Chlorophyllbildung. Diese Verhältnisse sind oft in den Verkaufsräumen im Einzelhandel gegeben, weswegen die Kartoffeln in den Regalen grün werden können. Dasselbe geschieht, wenn sie daheim nicht dunkel und kühl genug gelagert werden.
Nun sind aber Grünverfärbungen ein indirekter Anzeiger für unerwünschte Inhaltsstoffe. Denn neben der Bildung von Blattgrün erfolgt auch eine Anreicherung mit so genannten Glykoalkaloiden (α-Solanin und α-Chaconin). Dabei handelt es sich um giftige Substanzen, die vor allem in den grünen Pflanzenteilen von Nachtschattengewächsen wie Erdäpfeln und Tomaten von Natur aus enthalten sind und die Pflanze gegen Bakterien, Pilze und Tiere schützen. Daher müssen gemäß Vermarktungsnormengesetz Speisekartoffeln „frei von deutlich ergrünten Knollen“ sein. Für Klasse I gilt eine „leichte Grünfärbung auf höchstens 1/8 der Knollenoberfläche“ als zulässig, bei Klasse II eine „leichte Grünfärbung, die durch normales Schälen entfernt werden kann“.
Glykoalkaloide hauptsächlich in der Schale
Die Gehalte von Glykoalkaloiden in den Knollen können je nach Grünfärbung und Sorte stark schwanken. Da sie zu rund 90 Prozent in der Schale vorhanden sind, sollten Kartoffelnl grundsätzlich geschält werden. Glykoalkaloide sind zwar hitzestabil, aber wasserlöslich, sodass sie beim Kochen nicht zerstört werden, dafür aber teilweise in das Kochwasser übergehen.
Handelsübliche Kartoffelsorten weisen einen relativ geringen Gehalt an Glykoalkaloiden auf. Ein erwachsener Mensch müsste schon mehrere Kilo essen, um erste Anzeichen von Unwohlsein zu spüren. Vergiftungserscheinungen treten daher sehr selten auf. Bei höheren Gehalten schmecken die Erdäpfel außerdem bitter. Zunächst können Kopfschmerzen bzw. ein Kratzen im Hals auftreten. In weiterer Folge kann es zu Übelkeit, Brechreiz und Durchfall, in Extremfällen zu Krämpfen und Atemnot kommen. Die tödliche Dosis liegt bei 3 bis 6 mg Glykoalkaloiden/kg Körpergewicht. Diese Menge lässt sich aber wie gesagt allein durch den Verzehr von Kartoffeln so gut wie nie erreichen.
Tipps für Verbraucher/-innen
* Werden schon beim Einkauf grüne Stellen entdeckt, sollte dies reklamiert werden
* Sachgemäße Lagerung (lichtgeschützt und kühl bei ca. 10° C)
* Kleinere grüne Stellen großzügig wegschneiden, bei stärkeren Grünverfärbungen am besten die ganze Knolle entsorgen
* Da sich der überwiegende Teil der Bitterstoffe in der Schale befindet, ist der Verzehr ohne Schale zu empfehlen
* Kleine Keime entfernen, stark gekeimte Knollen nicht verwenden
* Glykoalkaloide sind wasserlöslich und gehen in das Kochwasser über. Das Kochwasser sollte daher nicht weiter verwendet werden.

Demeter: Höchste Milchqualität muss sich auszahlen
Die Milchpreise beschäftigen immer wieder nicht nur Politik und Öffentlichkeit, sondern vor allem die betroffenen Bauern. Im Fachbeirat Milch, dem Runden Tisch von Demeter-Erzeugern und -Molkereien, wurde gemeinsam die Notwendigkeit einer wirklich nachhaltigen Bezahlung der Milchbauern diskutiert. “Nur wenn Demeter-Bauern dauerhaft und abgesichert den Auszahlungspreis für ihre Milch bekommen, den sie für die Zukunftssicherung ihrer Höfe benötigen, können Verbraucher auch in Zukunft die höchste biodynamische Milchqualität erhalten”, unterstreicht Demeter-Marketingsvorstand Klemens Fischer.
“Zur Zeit kostet ein Liter Demeter-Vollmilch zwischen 89 Cent und 1,29 Euro. Wir brauchen aber mindestens einen Preis von 1,35 Euro. Erst dann wird die Arbeit der Landwirte und Hersteller ausreichend honoriert. Nur bei einem höheren Verkaufspreis gibt es am Ende auch mehr zu verteilen”, rechnet Fischer vor. Dafür würden Kunden dann auch die bestmögliche Qualität bekommen. Die Mehrarbeit des Landwirts und die besonders schonende Verarbeitung garantieren dafür. “Wir verzichten beispielsweise auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe. Tiere mit Hörnern brauchen aber mehr Platz im Stall. Ebenso führen regelmäßiger Weidegang und eine möglichst naturnahe Fütterung dazu, dass die Kuh durchschnittlich weniger Milch gibt und dadurch die Kosten pro Liter Milch steigen. Bei uns zählt Qualität, nicht Quantität”, erklärt Rolf Holzapfel, Demeter-Landwirt vom Hofgut Voggenreute in der Nähe von Ulm. “Wir möchten keine Gnaden-Pfennige nach dem Motto ‘1 Cent mehr für den Bauern’”, ist ihm und seinen Kollegen wichtig. Längst sei der Milchmarkt ein globaler Markt geworden, bei dem der Weltmarktpreis eine große Rolle spiele.
“Der ruinöse Wettbewerb im Handel führt dazu, dass die Milch billiger verkauft wird als angemessen. Oft wird gerade Milch als Instrument dafür verwendet, um Marktanteile gegenüber dem Wettbewerber zu generieren”, sagt Klemens Fischer. Er verweist auf Professor Ulrich Hamm von der Uni Kassel, der herausgefunden hat, dass Verbraucher gar nicht so sensibel auf Preise reagierten wie oft behauptet wird. Sie überschätzten in einer repräsentativen Umfrage die Preise derjenigen Produkte, die sie vorhatten zu kaufen, um durchschnittlich 20 Prozent. Und ihre Zahlungsbereitschaft für Produkte, die authentisch und sinnhaft sind, sei noch weitaus höher. Regionalität, Tierschutz und Gerechtes Wirtschaften nannten Verbraucher als wichtigste Aspekte ihrer Kaufentscheidung. “In allen diesen Bereichen sind wir die Besten”, nimmt Klemens Fischer für Demeter in Anspruch. Forscher geben ihm Recht. Sie haben ermittelt, dass Demeter-Milch mehr bietet als konventionelle: Reichlich gesundheitsfördernde Omega-Fettsäuren, antioxidatives Vitamin E, Beta-Carotin und konjugierte Linolsäuren (CLA). Fast genau so wichtig: Gentechnik bleibt außen vor. Die Milchqualität wird überdies entscheidend durch die Verarbeitung beeinflusst. Herkömmliche Verfahren wie Homogenisierung verändern die Strukturen der Milch und können deshalb Allergien provozieren. Demeter-Milch wird nicht homogenisiert.
Bei Demeter treffen sich die Landwirte regelmäßig mit den Vertretern der Molkereien. “Wir haben uns viel vorgenommen”, sagt Gyso von Bonin, Landwirt aus Ostwestfalen, “Wichtigstes Ziel ist nun, den Auszahlungspreis für Landwirte wieder Existenz sichernd zu machen. Bei den derzeitigen Milchauszahlungspreisen können kleine bäuerliche Betriebe mittelfristig nicht weiterarbeiten und das trifft viele Demeter-Höfe. Deshalb müssen wir gemeinsam mit den Molkereien gegenüber dem Handel zusammenstehen. Wenn der Verbraucher die Vorteile der Demeter-Milch kennt und schätzt, weiß er wofür er sein Geld ausgibt.”

… Discounter Preiskampf rückt in den EU Fokus … endlich !
Copa-Cogeca ( Allgemeiner Verband der landwirtschaftlichen Genossenschaften )wies gestern warnend darauf hin, dass die europäischen Landwirte zunehmend dem auf der Einzelhandelsstufe geführten Preiskrieg zum Opfer fallen, und forderte die politischen Entscheidungsträger der EU dringend auf, tätig zu werden.
Copa-Cogeca warnt vor Folgen des Preiskriegs für die europäischen Landwirte Copa-Cogeca Generalsekretär Pekka Pesonen betonte: „Diese Situation kann einfach nicht hingenommen werden. Der Abwärtsdruck auf die Einzelhandelspreise bringt die gesamte Lebensmittelkette in Bedrängnis. Der Rückgang der Preise ab Hof, der nicht durch ein Absinken der Produktionskosten ausgeglichen wird, setzt die Erzeugereinkommen unerträglich unter Druck: Diese brachen im zurückliegenden Jahr um 12,2% im Durchschnitt ein und in manchen Fällen sahen sich die Landwirte gezwungen, ihre Tätigkeit aufzugeben. Der aggressive Preiskampf hat auch – wie sich herausgestellt hat – die Auswahl der Verbraucher eingeschränkt und einen Bruch in der Produktion saisonaler Produkte wie Obst und Gemüse hervorgerufen.“
Copa-Cogeca forderte daher die Europäische Kommission, die Europa-Abgeordneten und die EU-Minister zu zügigem Handeln auf. Der Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments brachte die Frage gestern in Brüssel zur Sprache und die Kommission gedenkt im Laufe des Jahres konkrete Legislativvorschläge zur Verbesserung der Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette vorzutragen. Copa-Cogeca ruft vor diesem Hintergrund zu Maßnahmen auf, die geeignet sind, das Gleichgewicht der Machtverhältnisse in der Lebensmittelkette wiederherzustellen und zu einer besseren Funktionsweise beizutragen
