Joachim E. Casper

Zukunftsstrategie für lebenswerte ländliche Räume

In Sinnvolles am 19. Januar 2012 um 15:16

Um die ländlichen Räume in Deutschland als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume zu stärken, sie attraktiv zu halten und nachhaltig zu gestalten, hat die Bundesregierung in der Kabinettssitzung am Mittwoch eine ressortübergreifende Strategie für lebenswerte ländliche Räume beschlossen.

Die Grundlage für diesen Fortschrittsbericht mit konkreten Zielen und Maßnahmen wurde von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums erarbeitet. „Die ländlichen Räume in Deutschland sind vielfältig: Sie sind Lebensraum und Wirtschaftsstandort, sie bieten Erholung in Wäldern und an Seen, sie vereinen land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, moderne Siedlungen und historisch gewachsene Gemeinden. Ziel der Bundesregierung ist es, das jeweilige Potenzial der ländlichen Räume zu fördern und sie fit für die Zukunft zu machen“, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Das Leben findet in Deutschland überwiegend auf dem Land statt: 65 Prozent der Bevölkerung lebt außerhalb von Großstädten. Auch der überwiegende Teil der 3,5 Millionen Wirtschaftsbetriebe in Deutschland ist in der Fläche zu finden. Das gleiche gilt für Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. Vor diesem Hintergrund benennt der Bericht Herausforderungen und Chancen für die drei Handlungsfelder „Wirtschaft und Arbeit“, „Daseinsvorsorge und ländliche Infrastrukturen“ sowie „Umwelt und Natur“.

Die Strategie der Bundesregierung stellt heraus, wie die ökonomischen, sozialen und ökologischen Erfordernisse mehr als bisher auf die regionalen Verhältnisse zugeschnitten und die Eigenverantwortung der Regionen gestärkt werden können. So wird es 2012 ein Modellvorhaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Namen „LandZukunft“ geben. Dabei werden Menschen mit Unternehmergeist bei innovativen Projekten begleitet, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen und Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen zu sichern. Damit reagiert die Bundesregierung auch auf den demografischen Wandel, der oftmals dazu führt, dass die Bevölkerung im ländlichen Raum nicht nur abnimmt, sondern auch immer mehr junge Menschen abwandern. Schon jetzt ist in einigen Regionen über ein Viertel der Menschen älter als 65 Jahre. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sollen über das Projekt neue Ansätze für den ländlichen Raum erprobt werden.

Darüber hinaus gibt es einen Mikrokreditfonds für Kleinunternehmer und Existenzgründer im ländlichen Raum, über den Mikrokredite von bis zu 20.000 Euro vergeben werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Fortschrittsbericht ist die medizinische Versorgung im ländlichen Raum: Mit dem seit Januar gültigen Versorgungsstrukturgesetz will die Bundesregierung bestehende Versorgungslücken schließen. Die geplanten Maßnahmen berücksichtigen die Belange der Patientinnen und Patienten auf dem Land und machen die Regionen für Mediziner attraktiver.

„Mit der Verabschiedung des Fortschrittsberichtes setzt die Bundesregierung ein weiteres starkes Zeichen unserer Verantwortung für die ländlichen Räume und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland“, so die Ministerin.

Die von der Bundesregierung eingesetzte interministerielle Arbeitsgruppe „Ländliche Räume“ hatte im April 2009 ein Handlungskonzept der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der ländlichen Räume vorgelegt. Es wurde der Auftrag erteilt, die Politikbereiche besser zu koordinieren. Mit dem Fortschrittsbericht zur Entwicklung ländlicher Räume legt die Bundesregierung eine übergeordnete Strategie für die ländlichen Räume vor. Die Aktivitäten der Bundesregierung werden darin im Sinne eines integrierten Politikansatzes besser aufeinander abgestimmt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Landwirtschaft ist Pflege der Kulturlandschaft …..

In Sinnvolles am 16. Januar 2012 um 16:40

Artenschutz, Pflege der Kulturlandschaft und landwirtschaftliche Nutzung sind für die Stiftung Kulturlandpflege keine unüberwindbaren Gegensätze, sondern gehen Hand in Hand.

„Mit geeigneten Mitteln und Konzepten und in der Verantwortung der Grundeigentümer haben wir mehr als 160 Projekte begleitet und weiterentwickelt“, verdeutlichte Bernhard Haase jetzt als Vorsitzender der Stiftung gegenüber dem Stiftungsrat als deren oberstem Gremium. Sie repräsentiert mehr als 240.000 Grundeigentümer in Niedersachsen mit einer Fläche von mehr als 2,1 Mio. ha und stellt damit ein in dieser Größenordnung einmaliges Kooperationspotenzial. Ein Anliegen der Stiftung liegt darin, die Beteiligten im Flächenmanagement und zu deren Entwicklung zusammenzubringen.

Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten der Stiftung zählen die von der Nordzucker AG übernommenen Wierther Teiche mit einer Größe von 52 ha im Landkreis Peine. Im Landkreis Wolfenbüttel hat die Stiftung eine Fläche in den Barnstorfer Teichwiesen erworben und ein Amphibiengewässer anlegen lassen. Zu den Maßnahmen der Stiftung zählt außerdem der Aushub von zwei Laubfroschgewässern in der Gemarkung Röddensen in der Region Hannover.

Neben dem Engagement in herausgehobenen Projekten, die zum Teil in das Eigentum der Stiftung überführt wurden, bietet die Stiftung in Seminaren, über Informationsbroschüren und auch den direkten Kontakt Schulungen und Weiterbildungen an. Auf großes Interesse stößt beispielsweise ein Kurs zur landschaftsgerechten Heckenpflege gemeinsam mit dem Förderverein Norddeutsche Landschaftspflegeschule, der von Mitarbeitern an Bauhöfen, Lohnunternehmern wie auch einzelnen Interessenten gut angenommen wurde. Auf Bundesebene arbeitet die Stiftung Kulturlandpflege mit Schwesterorganisationen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern zusammen. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Kulturlandschaft werden sie auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin über Feldvögel in der Agrarlandschaft informieren und zu einem Vogelstimmenquiz einladen. Mehr Informationen zur niedersächsischen Stiftung Kulturlandpflege unter www.stiftung-kulturlandpflege.de

Strategien gegen die Winterkälte ….

In Sinnvolles am 6. Dezember 2011 um 22:27

Die einen verbrauchen weniger Energie, die anderen legen sich ein neues Fell zu, und Dritte heizen ihren Bau:

Wildtiere entwickeln unterschiedliche Strategien gegen Frost. Darauf hat der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz am Dienstag angesichts des nahenden Winters hingewiesen. Rotwild etwa könne seinen Herzschlag auf 30 Schläge in der Minute halbieren. Das spart Energie. «Möglichst wenig Bewegung heißt die Devise – daher braucht das Wild in dieser Jahreszeit besonders viel Ruhe.»

Rehe bekommen laut dem Verband auch ein besonderes Fell: «Ihr langes, hohles Winterhaar ist im Gegensatz zum kurzen Sommerkleid stark gewellt, wodurch gut isolierende Luftpolster entstehen.

Schwarzwild dagegen hat eine dichte Unterwolle, die wie warme, lange Unterwäsche funktioniert.» Zum Ruhen begeben sich die Schwarzkittel unter dichte Büsche, die sie vor Wind und Wetter schützen.

Dachse dagegen sorgen schon im Herbst für ein gemütliches Zuhause. Dann schaffen sie nach Angaben des Jagdverbands Pflanzenmaterial in ihren Bau, das beim Verrotten Wärme abgibt und so als Heizung dient.

Igel und Siebenschläfer wiederum machen sich erst gar nicht so viel Mühe – sie verschlafen den Winter. Bereits im Herbst suchten sie sich dafür «ein gemütliches Plätzchen», hieß es.

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