warum food literacy soooo wichtig ist …

Käse aus Pflanzen?

Britische Kinder haben einer neuen Untersuchung zufolge ein erhebliches Problem mit ihrem Wissen über Nahrungsmittel.

Bei einer Umfrage der britischen Ernährungsstiftung unter 27.500 Grundschulkindern gaben rund ein Drittel an, Käse werde aus Pflanzen gemacht. Immerhin 18 Prozent glauben, dass Fischstäbchen aus Hühnerfleisch bestehen. 34 Prozent der Grundschüler und 18 Prozent der Hauptschüler sind der Auffassung, dass Nudeln von Tieren kommen.

Prinzessin Anne, Tochter von Queen Elizabeth II., wollte am Montag die «Healthy Eating Week» («Woche des gesunden Essens») in mehr als 3.000 Schulen eröffnen, um Kenntnisse über gesundes Kochen und die Herkunft von Nahrungsmitteln zu verbessern.

«21 Prozent der Kinder in der Grundschule sagen uns, dass sie noch nie auf einem Bauernhof waren», sagte Roy Ballam, Leiter des Bildungsprogrammes der Stiftung.

In Deutschland wir zum Beispiel der Ernährungsführerschein angeboten. Nach dem Motto : Die Küche kommt ins Klassenzimmer Der aid-Ernährungsführerschein ist ein fertig ausgearbeitetes Unterrichtskonzept für die dritte Klasse, bei dem der praktische Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten im Mittelpunkt steht. In sechs bis sieben Doppelstunden bereiten die Schülerinnen und Schüler leckere Salate, fruchtige Quarkspeisen und andere kleine, kalte Gerichte zu. Dabei lernen sie mit echten Lebensmitteln umzugehen, wie die Profiköche zu schneiden, zu rühren, zu reiben oder auch abzuschmecken. Alle Kinder, die die schriftliche und die praktische Prüfung bestanden haben, bekommen das Führerschein-Dokument verliehen.

Schweinehalter üben Kritik an Schlachtkonzernen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) unterstützt ausdrücklich die Kritik des deutschen Schweinehalterverbandes ISN an der Erzeugerpreis-Drückerei großer Schlachtkonzerne.

Auch im letzten Jahr ist laut ISN eine vollkostendeckende Schweinehaltung nur in wenigen Wochen möglich gewesen. Dies liegt laut AbL nicht nur an den massiv gestiegenen Futterkosten, vor allem von importiertem Sojaschrot, sondern auch daran, dass die Schlachtbranche die Überschuss-Situation auf dem Schweinemarkt systematisch ausnutzen könne.
Auf dem deutschen Schweinemarkt dominierten mittlerweile die vier großen Schlachtunternehmen Tönnies, VION, Westfleisch und Danish Crown etwa die Hälfte des Marktes.

Als im Herbst die Schweinepreise nach einem Rückgang des Schweine-Angebots kurzfristig deutlich anstiegen, seien die Verbraucherpreise vom Lebensmittelhandel ebenso angehoben worden. Während aber dieses höhere Preisniveau im Handel andauere, hätten die Schlachtereien die Erzeugerpreise der Landwirte nunmehr erneut drastisch gesenkt.
Dies geschehe mit der Drohung einer Kürzung der Menge angenommener Schweine, mit der Vorgabe der ausgezahlten Preise und durch Veränderungen in der Bewertung der verschiedenen Partien („Masken“) der Schlachtkörper. Damit, so die ISN völlig zu Recht, werde das Vertrauen zwischen Landwirten und Schlachtereien „mit Füßen getreten“.

Die AbL verwies in diesem Zusammenhang auf die für Bauern fatale Überproduktion auf dem deutschen und europäischen Schweinemarkt. Diese werde von den Schlachtunternehmen immer noch unter dem Motto „Eroberung der Weltmärkte“ forciert. Angesichts der Tatsache, dass die zu deutschen Kosten produzierten Schweine bei der Belieferung Russlands und Chinas mit Billig-Anbietern aus Brasilien und China konkurrierten, könne diese Rechnung nicht aufgehen.

Diese ruinöse Überschussproduktion, die zudem auf teuren Soja-Importen aus Südamerika basiere, gefährde mittlerweile die gesamte mittelständisch-bäuerliche Schweinhaltung und fördere das Vordringen agrarindustrieller Schweinehalter. Auch die aktuelle Krise des VION-Fleischkonzerns gehe unter anderem auf diese verfehlte Globalisierungs-Ideologie zurück.

Die AbL sieht eine Perspektive für faire Erzeugerpreise vor allem im Abbau preisdrückender Überschüsse, die mittlerweile um 20 % über dem deutschen und europäischen Verbrauch lägen. Erreichbar sei dies – mit gesellschaftlicher Akzeptanz – durch den europaweiten Rückbau auf eine flächengebundene, artgerechtere und antibiotika-unabhängige Schweinehaltung auf Stroh mit begrenztem Auslauf der Tiere.

Beratungsförderung in Niedersachsen wird fortgesetzt

In 2012 haben rund 1.900 landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen die neu ausgerichtete Beratungsförderung in Anspruch genommen.
Berater und Tierärzte leisteten insgesamt über 24.000 qualifizierte Beratungsstunden auf den Betrieben. Die Beratungsthemen deckten alle gesellschaftlich relevanten Themenfelder vom Naturschutz bis zum Tierschutz ab. So wurden z. B. rund 4.000 Stunden zur Verbesserung der Nährstoffeffizienz, 1.500 Stunden zur Auswahl und Nutzung von Agrarumweltmaßnahmen und 1.100 Stunden zur Energieeffizienzberatung genutzt.

Eine Beratung zur Verbesserung des Tierschutzes oder zur Verminderung des Antibiotikaeinsatzes wurde von rund 630 Betrieben mit insgesamt gut 2.000 Beratungsstunden in Anspruch genommen.

Hier wünscht sich Minister Lindemann im kommenden Jahr eine noch stärkere Teilnahme von Tierhaltern: „Wir müssen den Einsatz von Antibiotika in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung auf das unbedingt notwendige Maß beschränken. Die einzelbetriebliche Beratung trägt dazu bei, dass die Betriebe in die Lage versetzt werden, die Eckpfeiler des niedersächsischen Antibiotika-Minimierungskonzepts umzusetzen und die Tierhaltung so zu optimieren, dass wir gesunde Tiere haben, die möglichst keine Antibiotika brauchen.”

Die Beratungsförderung wird in 2013 fortgesetzt. Interessierte Landwirte können die neuen Förderanträge in der Zeit vom 17. Dezember 2012 bis zum 31. Januar 2013 bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einreichen.

Weitere Informationen und die Antragsvordrucke sind erhältlich über die Landwirtschaftskammer Niedersachsen http://www.lwk-niedersachsen.de/

Deutsche Aquakultur : 39 000 Tonnen produziert …

Rund 39.000 Tonnen Fische und Muscheln aus deutschen Zuchtanlagen sind im vergangenen Jahr produziert worden.

21.000 Tonnen Muscheln kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden vom Mittwoch aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wo sie vorwiegend in der Nordsee kultiviert werden. Bei den Fischen (18.000 Tonnen) dominieren Karpfen und Forellen, der größte Teil davon wird in Süddeutschland gezogen.

Baden-Württemberg und Bayern sind die Haupterzeugerländer für Forellen, Karpfen kommen vor allem Bayern, Sachsen und Brandenburg. Rund 4.800 Betriebe der sogenannten Aquakultur gibt es in Deutschland insgesamt. Vergleichszahlen fehlen, weil die Daten erstmals erhoben wurden.

gesundes Schulessen … eine Ministerin wirbt ….

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack hat vor Dutzenden Anbietern von Schulessen für gesündere und ansprechendere Mahlzeiten geworben.

«Wir brauchen mehr Akzeptanz für gesundes Essen», sagte sie am Montag auf einem Treffen märkischer Schulcaterer. Dabei gehe es um Aussehen, Qualität und Geschmack des Essens. Insbesondere an weiterführenden Schulen nutzen nach Angaben der von Bund und Land finanzierten Vernetzungsstelle Schulverpflegung derzeit nur ein Viertel aller märkischen Schüler das Angebot eines warmen Mittagessens. Unter Grundschülern sind es noch mehr als die Hälfte.

An 97 Prozent der Brandenburger Schulen können Schüler demnach mittags eine Mahlzeit zu sich nehmen. Doch nur an einigen wenigen werde noch selbst gekocht, sagte Maren Daenzer-Wiedmer von der Vernetzungsstelle. Überwiegend sorgen daher die mehr als 80 Caterer im Land für das Essen. Eltern zahlen zwischen 0,95 und 3,90 Euro pro Mahlzeit. Sozial schwächere Familien können zum Beispiel über das Bildungspaket des Bundes einen Zuschuss bekommen.

An der Qualität des gereichten Essens bestehen durchaus Zweifel: Jüngst waren Forscher der Hochschule Niederrhein in einer deutschlandweiten Studie nach fünf Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass 90 Prozent der Schulen hierzulande die Qualitätsstandards für gesundes Essen verfehlen.

Wie es besserginge, resümierten die Autoren ebenfalls: So gehörten etwa jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Fisch und Vollkornprodukte auf den Speiseplan. Auch vegetarisches Essen sollte angeboten werden. Zudem dürfe das Essen nicht zu lange warmgehalten werden, da dadurch Nährstoffe und Geschmack verloren gingen.

Die Vernetzungsstelle wollte mit dem Treffen der Caterer positive Beispiele aus Brandenburg bekannter machen. Zu ihnen zählte etwa die Frischeküche Groß Glienicke aus Potsdam. Seit anderthalb Jahren versorgt der Anbieter neben einer Kita und einem Hort auch eine Schule. Für 2,30 Euro gibt es zwei Menüs inklusive Getränke und Nachtisch zur Auswahl. «Das Essen kommt nach spätestens einer halben Stunde auf den Tisch», sagte Koch Geralt Nijboer.

Über 80 Prozent der Kinder würden das Angebot der Frischeküche wahrnehmen, ebenso wie rund drei Viertel der Lehrer und Erzieher. Die Kinder könnten auch Wünsche für den Speiseplan äußern. Dann gebe es auch mal Karamellpudding oder Pizza, erzählte Nijboer. «Aber natürlich nicht so oft.»

Ministerin Tack empfahl den Caterern, die Schüler zu befragen, wie sie das Essen finden. Zudem forderte sie mehr regionales Obst und Gemüse auf den Speiseplänen der Brandenburger Schulen. Am sogenannten Schulobstprogramm der Europäischen Union beteiligt sich Brandenburg indes nicht. In den teilnehmenden Ländern bekommen Schüler regelmäßig kostenloses Obst.

Tack verwies auch auf die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für gesundes Essen. Sie sind freiwillig, verpflichtende Standards gibt das Land nicht vor.

…. das Problem dürfte nur sein : es kostet mehr als jetzt. Nicht viel aber doch mehr – für die Kinder die es dringend bräuchten ist es wahrscheinlich unerschwinglich – wenn nicht jemand anderes dafür bezahlt.

Zukunftsstrategie für lebenswerte ländliche Räume

Um die ländlichen Räume in Deutschland als eigenständige Lebens- und Wirtschaftsräume zu stärken, sie attraktiv zu halten und nachhaltig zu gestalten, hat die Bundesregierung in der Kabinettssitzung am Mittwoch eine ressortübergreifende Strategie für lebenswerte ländliche Räume beschlossen.

Die Grundlage für diesen Fortschrittsbericht mit konkreten Zielen und Maßnahmen wurde von einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums erarbeitet. „Die ländlichen Räume in Deutschland sind vielfältig: Sie sind Lebensraum und Wirtschaftsstandort, sie bieten Erholung in Wäldern und an Seen, sie vereinen land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, moderne Siedlungen und historisch gewachsene Gemeinden. Ziel der Bundesregierung ist es, das jeweilige Potenzial der ländlichen Räume zu fördern und sie fit für die Zukunft zu machen“, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Das Leben findet in Deutschland überwiegend auf dem Land statt: 65 Prozent der Bevölkerung lebt außerhalb von Großstädten. Auch der überwiegende Teil der 3,5 Millionen Wirtschaftsbetriebe in Deutschland ist in der Fläche zu finden. Das gleiche gilt für Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. Vor diesem Hintergrund benennt der Bericht Herausforderungen und Chancen für die drei Handlungsfelder „Wirtschaft und Arbeit“, „Daseinsvorsorge und ländliche Infrastrukturen“ sowie „Umwelt und Natur“.

Die Strategie der Bundesregierung stellt heraus, wie die ökonomischen, sozialen und ökologischen Erfordernisse mehr als bisher auf die regionalen Verhältnisse zugeschnitten und die Eigenverantwortung der Regionen gestärkt werden können. So wird es 2012 ein Modellvorhaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit dem Namen „LandZukunft“ geben. Dabei werden Menschen mit Unternehmergeist bei innovativen Projekten begleitet, um die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen und Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen zu sichern. Damit reagiert die Bundesregierung auch auf den demografischen Wandel, der oftmals dazu führt, dass die Bevölkerung im ländlichen Raum nicht nur abnimmt, sondern auch immer mehr junge Menschen abwandern. Schon jetzt ist in einigen Regionen über ein Viertel der Menschen älter als 65 Jahre. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sollen über das Projekt neue Ansätze für den ländlichen Raum erprobt werden.

Darüber hinaus gibt es einen Mikrokreditfonds für Kleinunternehmer und Existenzgründer im ländlichen Raum, über den Mikrokredite von bis zu 20.000 Euro vergeben werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Fortschrittsbericht ist die medizinische Versorgung im ländlichen Raum: Mit dem seit Januar gültigen Versorgungsstrukturgesetz will die Bundesregierung bestehende Versorgungslücken schließen. Die geplanten Maßnahmen berücksichtigen die Belange der Patientinnen und Patienten auf dem Land und machen die Regionen für Mediziner attraktiver.

„Mit der Verabschiedung des Fortschrittsberichtes setzt die Bundesregierung ein weiteres starkes Zeichen unserer Verantwortung für die ländlichen Räume und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland“, so die Ministerin.

Die von der Bundesregierung eingesetzte interministerielle Arbeitsgruppe „Ländliche Räume“ hatte im April 2009 ein Handlungskonzept der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der ländlichen Räume vorgelegt. Es wurde der Auftrag erteilt, die Politikbereiche besser zu koordinieren. Mit dem Fortschrittsbericht zur Entwicklung ländlicher Räume legt die Bundesregierung eine übergeordnete Strategie für die ländlichen Räume vor. Die Aktivitäten der Bundesregierung werden darin im Sinne eines integrierten Politikansatzes besser aufeinander abgestimmt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Landwirtschaft ist Pflege der Kulturlandschaft …..

Artenschutz, Pflege der Kulturlandschaft und landwirtschaftliche Nutzung sind für die Stiftung Kulturlandpflege keine unüberwindbaren Gegensätze, sondern gehen Hand in Hand.

„Mit geeigneten Mitteln und Konzepten und in der Verantwortung der Grundeigentümer haben wir mehr als 160 Projekte begleitet und weiterentwickelt“, verdeutlichte Bernhard Haase jetzt als Vorsitzender der Stiftung gegenüber dem Stiftungsrat als deren oberstem Gremium. Sie repräsentiert mehr als 240.000 Grundeigentümer in Niedersachsen mit einer Fläche von mehr als 2,1 Mio. ha und stellt damit ein in dieser Größenordnung einmaliges Kooperationspotenzial. Ein Anliegen der Stiftung liegt darin, die Beteiligten im Flächenmanagement und zu deren Entwicklung zusammenzubringen.

Zu den aktuellen Arbeitsschwerpunkten der Stiftung zählen die von der Nordzucker AG übernommenen Wierther Teiche mit einer Größe von 52 ha im Landkreis Peine. Im Landkreis Wolfenbüttel hat die Stiftung eine Fläche in den Barnstorfer Teichwiesen erworben und ein Amphibiengewässer anlegen lassen. Zu den Maßnahmen der Stiftung zählt außerdem der Aushub von zwei Laubfroschgewässern in der Gemarkung Röddensen in der Region Hannover.

Neben dem Engagement in herausgehobenen Projekten, die zum Teil in das Eigentum der Stiftung überführt wurden, bietet die Stiftung in Seminaren, über Informationsbroschüren und auch den direkten Kontakt Schulungen und Weiterbildungen an. Auf großes Interesse stößt beispielsweise ein Kurs zur landschaftsgerechten Heckenpflege gemeinsam mit dem Förderverein Norddeutsche Landschaftspflegeschule, der von Mitarbeitern an Bauhöfen, Lohnunternehmern wie auch einzelnen Interessenten gut angenommen wurde. Auf Bundesebene arbeitet die Stiftung Kulturlandpflege mit Schwesterorganisationen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern zusammen. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Kulturlandschaft werden sie auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin über Feldvögel in der Agrarlandschaft informieren und zu einem Vogelstimmenquiz einladen. Mehr Informationen zur niedersächsischen Stiftung Kulturlandpflege unter http://www.stiftung-kulturlandpflege.de

Strategien gegen die Winterkälte ….

Die einen verbrauchen weniger Energie, die anderen legen sich ein neues Fell zu, und Dritte heizen ihren Bau:

Wildtiere entwickeln unterschiedliche Strategien gegen Frost. Darauf hat der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz am Dienstag angesichts des nahenden Winters hingewiesen. Rotwild etwa könne seinen Herzschlag auf 30 Schläge in der Minute halbieren. Das spart Energie. «Möglichst wenig Bewegung heißt die Devise – daher braucht das Wild in dieser Jahreszeit besonders viel Ruhe.»

Rehe bekommen laut dem Verband auch ein besonderes Fell: «Ihr langes, hohles Winterhaar ist im Gegensatz zum kurzen Sommerkleid stark gewellt, wodurch gut isolierende Luftpolster entstehen.

Schwarzwild dagegen hat eine dichte Unterwolle, die wie warme, lange Unterwäsche funktioniert.» Zum Ruhen begeben sich die Schwarzkittel unter dichte Büsche, die sie vor Wind und Wetter schützen.

Dachse dagegen sorgen schon im Herbst für ein gemütliches Zuhause. Dann schaffen sie nach Angaben des Jagdverbands Pflanzenmaterial in ihren Bau, das beim Verrotten Wärme abgibt und so als Heizung dient.

Igel und Siebenschläfer wiederum machen sich erst gar nicht so viel Mühe – sie verschlafen den Winter. Bereits im Herbst suchten sie sich dafür «ein gemütliches Plätzchen», hieß es.

Minister Lindemann veröffentlicht Auswertung zur Anwendung von Antibiotika bei Nutztieren

Nach Aufarbeitung von niedersachsenweit erhobenen Daten zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung liegt nun der Bericht des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung vor.

Der Bericht beinhaltet detaillierte Daten, etwa zur Häufigkeit von Behandlungen in Mastdurchgängen, zur Dauer von Behandlungen und zu den eingesetzten Wirkstoffen. Am 10. November 2011 hatte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann anlässlich einer Landtagsdebatte zum Antibiotikaeinsatz bereits erste Zahlen aus der Erhebung bekanntgegeben.

Ausweislich des Berichts kamen in ca. 83% der untersuchten Masthühnerbetriebe und in 92% der Betriebe mit Putenaufzucht und -mast antimikrobiell wirksame Stoffe zum Einsatz. Bei Mastschweinen setzten 77% der Betriebe, bei der Aufzucht von Mast-Jungrindern (Fresser) 80% und in den Mastkälberbeständen 100% der Betriebe Antibiotika ein. Dabei schwankte der Antibiotikaeinsatz nicht nur von Betrieb zu Betrieb, sondern vor allem auch von Mastdurchgang zu Mastdurchgang innerhalb eines Betriebes.

Aus den Ergebnissen der niedersächsischen Arzneimittelerhebung lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Größe eines Tierbestandes und der Häufigkeit des Arzneimitteleinsatzes ableiten. Auch lässt die Häufigkeit der Anwendung von Antibiotika keine Aussage über deren illegale Behandlung zu.

Diese und weitere Erkenntnisse sind Grundlage für die von Minister Lindemann während der November-Plenarsitzung vorgestellte Minimierungsstrategie zum Antibiotikaeinsatz. Die Strategie sieht unter anderem vor, dass die im Bericht vorgestellte „Therapiehäufigkeit künftig betriebsindividuell” erfasst werden soll. Die Therapiehäufigkeit ermöglicht einen Vergleich von Arzneimitteleinsätzen und gibt Tierhaltern und bestandsbetreuenden Tierärzten ein Instrument an die Hand, den Arzneimitteleinsatz positiv zu beeinflussen.

Die Weitergabe von Erfahrungen aus Erzeugerbetrieben, die durch keinen oder geringen Antibiotikaeinsatz und ein effektives Tierhaltungsmanagement gekennzeichnet sind, gilt es dabei zu nutzen.

Die Minimierungsstrategie umfasst auch eine sachliche Bewertung der Erhebungsergebnisse. „Zu schnell werden gelegentlich nicht zutreffende Schlüsse aus Erhebungen gezogen”, erklärt Minister Lindemann. Ein Beispiel ist die Resistenzentwicklung bei MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus)-Keimen. Vorschnell wurde die Tierhaltung als hauptsächliche Ursache für die Resistenzentwicklung dieses Krankheitserregers gegen Antibiotika verantwortlich gemacht.

Untersuchungsergebnissen zufolge sind die normalerweise beim Menschen vorkommenden multiresistenten Keime zumeist nicht dieselben, die in der Tierhaltung vorkommen.

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