Naturkapital stärken : Mehr tun für die Artenvielfalt …

Der Erhalt der Artenvielfalt in Europa ist nach Ansicht des Deutschen Verbandes für Landschafts­pflege (DVL) eine zentrale Zukunftsaufgabe in der Europäischen Union.

Bei der künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik müssten deshalb die Weichen deutlicher zum Erhalt des Naturkapitals gestellt werden. Der DVL-Vorsitzende, Josef Göppel MdB, forderte auf dem Deutschen Landschaftspflegetag in Grimma (Sachsen), die Förderinstrumente an den Zielen zum Schutz der Biologischen Vielfalt auszurichten und den Landwirten hierfür attraktive Programme anzubieten. Die Landschafts­pflegeverbände setzen sich für ein zusammenschauendes Handeln von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunal­politik ein. Mit der pfleglichen Bewirtschaftung von Land­schaften, der Renaturierung von Bächen oder der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe wollen sie „Natur und Menschen gleichermaßen helfen“, so Göppel.

Laut DVL liegen die Ursachen für den massiven Artenschwund in der Kulturlandschaft hauptsächlich in der veränderten Bewirt­schaftung. In Mittelgebirgen fallen zum Beispiel artenreiche Wiesen aus der Nutzung, da die tierhaltenden Betriebe auf diesen benachteiligten Standorten aufgeben. Seit 1990 ist die Zahl der Betriebe im Erzgebirge, Thüringer Wald oder Schwarzwald um über 40% gesunken. In anderen Gebieten nimmt der Druck auf die Flächen auch wegen des Biomasse-Booms immens zu. Zwischen Intensivierung auf Gunststandorten oder Aufgabe der Bewirtschaftung gibt es für Landwirte oft keinen Mittelweg. „Gerade diesen Spagat müssen wir aber schaffen, um verarmte Agrarfluren vielfältiger zu machen und der Bewirtschaftung von blühenden Wiesen durch Landwirte eine echte Perspektive zu geben“, so Göppel.

Auf dem Landschaftspflegetag wurden mit zahlreichen Experten aus Wissenschaft, Ministerien und Verbänden Strategien für mehr Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften diskutiert. Besonders wurde daher die Bedeutung der Landschaftspflegeverbände hervorgehoben. Landschaftspflegeverbände als freiwillige Vereinigungen aus Kommunen, Landwirten und Naturschützern haben daher auch Einzug ins neue Bundesnaturschutzgesetz gefunden. Eine kooperative Umsetzung von Naturschutz in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverbänden oder ähnlichen Organisationen wird im Gesetzestext ausdrücklich empfohlen.

In der gesetzlichen Verankerung der Landschaftspflegeverbände sehen viele Experten einen wegweisender Impuls zur Übernahme wichtiger Aufgaben des Naturschutzes in kooperativem Stil. Für eine effektive Umsetzung müssen aus Sicht des DVL die Förderwerkzeuge jedoch finanziell gestärkt und Landschafts­pflegeverbände besser etabliert werden. „Die Bundesländer sollten Landschaftspflegeverbände als erfolgreiche Instrumente ausbauen“ so Göppel.

Der Deutschen Landschaftspflegetag 2010 in Grimma (Sachsen) steht unter dem Motto „Kompetenz für biologische Vielfalt und Kulturlandschaft“ und ist das Jahrestreffen der derzeit 150 Landschaftspflegeverbände und ähnlicher Vereinigungen. Er wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. An dem Treffen nehmen 200 Vertreter aus allen Regionen Deutschlands und den europäischen Nachbarländern teil.

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