Wurzeln, Blätter, Blüten – Gemüse aus Schleswig-Holstein

Möhren, Spitz- und Blumenkohl – dies sind die Zutaten der „Genusspartie – Köstliches aus Schleswig-Holstein“, die Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane Rumpf heute  nach Dithmarschen führte.

Unter der fachkundigen Führung des Eigentümer-Ehepaares besichtigte die Ministerin den Gemüse-Anbaubetrieb Hinrichs in Schmedeswurth bei Marne, informierte sich über den Gemüseanbau hier im Land und den Direktverkauf ab Hof. Im Mittelpunkt standen dabei die zahlreichen Gemüsesorten, die in Schleswig-Holstein angebaut werden, aber auch die Notwendigkeit, die Sortenvielfalt zu bewahren. Anschließend zeigte die Küchenmannschaft des Landhauses Gardels in St. Michaelisdonn, wie abwechslungsreich Gemüse aus Schleswig-Holstein zubereitet werden kann. Hier diskutierte Landwirtschaftsministerin Rumpf mit Vertretern des Gemüseanbauverbandes Dithmarschen, des Lebensmittelhandels und Erzeugern die Entwicklungsmöglichkeiten des Marktsegmentes „Gemüse“.

2009 wurde eine Fläche von 5.921 Hektar (ha) in Schleswig-Holstein für den Gemüseanbau genutzt. Die zu dem Blattgemüse zählenden Kopfkohl-Sorten nehmen mit rund 3.100 ha den Großteil der Anbaufläche ein. Davon entfallen etwa 2.500 ha auf Weißkohl-Sorten. Damit ist Schleswig-Holstein größter Weißkohl-Produzent in der Bundesrepublik. Im vergangenen Jahr wurden mit 223.000 Tonnen – fast ausschließlich in Dithmarschen – 44 Prozent der deutschen Weißkohlmenge geerntet. Daneben werden auf rund 400 ha Rotkohl, auf 190 ha Wirsing und auf rund 350 ha Blumenkohl (botanisch gesehen ein Blütenstand) angebaut.

Von Bedeutung ist weiterhin der Anbau von Wurzelgemüse auf rund 1.000 ha. Speziell Möhren und Karotten werden ebenfalls überwiegend in Dithmarschen geerntet – im Rekordjahr 2009 waren es 63.000 Tonnen. Als Nischenprodukt wird in Schleswig-Holstein auch Spargel erzeugt. Die Anbaufläche beträgt etwa 400 ha.

Obwohl die hohe Bedeutung von frischem Gemüse für eine gesunde Ernährung allgemein bekannt ist, findet sich immer weniger davon in den Einkaufskörben der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher. Mit knapp 31 kg kaufte im ersten Halbjahr 2010 jeder Haushalt 1 kg bzw. 3,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Ursache hierfür könnte die wegen der kalten Witterung im Winter und Frühjahr geringere Verfügbarkeit und die damit verbundene Preissteigerung von 7 Prozent sein. Allerdings ist ein stetiger Rückgang der Einkaufsmengen über einen Zeitraum von acht Jahren festzustellen. Auch die Neigung der Verbraucher, vermehrt auf verarbeitete Lebensmittel zurück zu greifen, könnte hierbei eine Rolle spielen“, so Ministerin Rumpf.

Interessant ist, dass kleine Nischenprodukte sich einer zunehmenden Beliebtheit beim Verbraucher erfreuen – hier werden steigende Einkaufsmengen verzeichnet. In dem Gespräch mit Vertretern aus der „Gemüse-Branche“ regte Landwirtschaftsministerin Dr. Rumpf an, sich weitergehende Gedanken zu machen, um die hohe Qualität von Gemüse „made in Schleswig-Holstein“ zu vermitteln. Dies könnte beispielsweise durch deutlichere Hinweise auf das Anbaugebiet unterstützt werden, zumal der Verbraucher-Trend hinsichtlich regionaler Produkte ungebrochen ist. Potentiale sieht die Ministerin ebenfalls im Bereich der Nischenprodukte, da deren Anbau im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Produkte und dem Erhalt der Sorten – und damit auch der genetischen Vielfalt – zu sehen sei.

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