Neue Dynamik in der weltweiten Landwirtschaft

Nach den Krisen der vergangenen Jahre steht die weltweite Landwirtschaft vor einem dynamischen Jahrzehnt – die Produktion, der Verbrauch und der Handel nehmen zu.

Während sich der gesamtwirtschaftliche Horizont nach den Turbulenzen aufhellt, spielen vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer eine immer wichtigere Schlüsselrolle in der landwirtschaftlichen Weltproduktion.

Das halten die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Dienstag in Rom veröffentlichten «Agricultural Outlook» fest, der den Bogen bis 2019 schlägt. Die Sorgen um wieder steigende Preise sind damit nicht behoben, «doch wird das Produktionswachstum wahrscheinlich die Nachfrage erfüllen».

«Die Schwellen- und Entwicklungsländer kommen nachhaltig aus der Rezession heraus und werden dann als wesentliche Wachstumsmärkte die Landwirtschaft in diesem und kommenden Jahrzehnten vorantreiben», so der Bericht. Produktion und Produktivität müssten jedoch noch weiter ausgebaut werden, um den Hunger zu bekämpfen. Regeln für den fairen Wettbewerb sollten sicherstellen, dass Nahrungsmittel auch in die Regionen gelangten, die nicht genügend davon produzieren könnten.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft sind günstiger als vor einem Jahr

Nach großen Sorgen um die Nahrungsmittelsicherheit und eine Milliarde hungernde Menschen sehen die Fachleute von FAO und OECD nun etwas Licht am Ende des Tunnels. Zwar sei im Krisenjahr 2009 auch der Agrarhandel massiv eingebrochen, doch dürfte dieser jetzt wieder stark und anhaltend Fahrt aufnehmen. Der Bericht zur Landwirtschaft des begonnenen Jahrzehnts lobt dabei vor allem den aufstrebenden Markt für Biokraftstoff und wirft außerdem einen Blick auf Getreide, Ölsaat, Zucker, Fleisch und Milchprodukte.

Die erwartete Rückkehr zu globalem Wachstum und die steigende Bevölkerungszahl vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern kurbeln den Handel an. Besonders dynamisch trieben dabei weite Teile Asiens und Lateinamerikas den Schub voran, «mit der Binnennachfrage, Produktion und Handelsausweitung in China, in Indien und Brasilien». Diese Länder werden die Wachstumsraten in der Landwirtschaft ihrer Region das gesamte Jahrzehnt über beflügeln, sind sich die Experten sicher.

Neben den traditionellen Nord-Süd-Handel trete verstärkt ein «Süd-Süd-Handel» vor allem mit Reis, Ölsaat, Zucker und Pflanzenöl. Der Bericht geht zwar von relativ stabilen Preisen unter normalen Bedingungen aus, verweist aber auch auf «ungewisse Entwicklungen».

Preisschwankungen bedrohen weiter eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Versorgungsprobleme und die benötigten Investitionen machten noch vielen Regierungen zu schaffen, warnt der von FAO-Chef Jacques Diouf und Angel Gurría von der OECD vorgestellte Report zur Agrar-Zukunft.

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