Heimisch kaufen! startet in Tirol

Regionale Produkte sind im Trend. Konsumentinnen und Konsumenten fordern hohe Qualität, Frische und Regionalität.

Dass jeder von uns mit dem Griff zum heimischen Lebensmittel aber weit mehr bewirkt, zeigt jetzt der Österreichische Bauernbund mit einer bundesweiten Aktion unter dem Motto  „Heimisch kaufen“ auf. „Jeder Griff zu einem regionalen Produkt sichert heimische Arbeitsplätze. Wir trinken die Milch, die in Tirol produziert wird, selber. Wir brauchen keine ausländischen Produkte“, erklärt Johannes Abentung, Direktor des Österreichischen Bauernbundes anlässlich des Tirol-Auftaktes zu „Heimisch kaufen“.

„Mit einem Stickersystem sollen Konsumeten klar erkennen, welche Produkte aus der Region stammen und welche nicht. Wo der grüne Sticker runterlacht, ist die Welt in Ordnung. Grün bedeutet, dass der Hauptrohstoff aus Österreich kommt und hierzulande verarbeitet wird. Bei grün sind die Jobs sicher. Gelb ist laut unserem Index nur noch halbe heimische Wertschöpfung, bei rot sind österreichische Arbeitsplätze bereits verloren“, erklärt Abentung die Aktion „Heimisch kaufen“, die für alle unter http://www.heimischkaufen.at einsehbar ist.

10 Prozent mehr Konsum in der Region heißt 10.000 neue Jobs

„Kaufen wir heimische Produkte, dann sichern wir den Wirtschaftstandort. Studien belegen, dass bereits bei einem zusätzlichen Konsum von 10 Prozent mit heimischen Lebensmitteln über 10.000 heimische Jobs in den Regionen geschaffen werden“, weiß auch Nationalrat Hermann Gahr und lädt zum Mitmachen ein. „Kein Betrieb ist zu klein, keiner zu groß. Wichtig ist, das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten zu wecken“, so Gahr. Gemeinsam mit seinem Kollegen in Bundesparlament, Nationalrat Franz Hörl setzt er voll auf die Initiative „Heimisch kaufen“.

Schöne Hotels gibt es überall

„Es beginnt alles in der Landwirtschaft. Sie bildet die Grundlage für die regionalen Wirtschaftskreisläufe und sichert durch Landschaftspflege und regionale Lebensmittel vor allem auch unseren Tourismusbetrieben das Einkommen. Wir wissen alle, dass der Tourismus die Lebensader unseres Tales ist“, führt Hörl aus.

Die Tourismuswirtschaft im Zillertal verzeichnet rund sieben Millionen Nächtigungen jährlich und erwirtschaften 340 Mio. EUR Jahresumsatz. Etwa sechs bis acht Prozent des Jahresumsatzes wendet ein Hotel für den Lebensmitteleinkauf auf. Wenn nur zehn Prozent davon über regionale Kooperations- und Lieferformen gedeckt werden, fließen mindestens 2 Mio. EUR dem Regionalprinzip zu. „Milch, Käse, Butter und Eier nicht zum Billigpreis über den Lebensmittelgroßhändler aus Holland oder Polen importiert, sondern erzeugt und geliefert von Bauern aus dem Zillertal. Das authenische Urlaubserlebnis für den Feriengast wird mitgeliefert“, sagt Hörl. „Schöne Hotels gibt es überall“, erklärt der Vorstand der Ferienregion Zillertal, Andreas Hundsbichler. „Unsere Region könnte alle Produkte, die in unserem Tal produziert werden, selbst verbrauchen. Das muss auch in die Köpfe der Touristiker“, fordert Hundsbichler.

Bauerland für alle

„Unsere bäuerlichen Familien pflegen unsere Landschaft. Sie produzieren gleichzeitig beste Lebensmittel mit höchster Qualität. Aber sie brauchen Partner – in den Verarbeitungsbetrieben, im Handel und im Tourismus“, freut sich Agrarsprecher und Klubobmann im Tiroler Landtag, Josef Geisler, dass das Zillertal in Tirol jetzt mit gutem Beispiel vorangeht. Es sei auch politisch ein Gebot der Stunde, diese Kampagne zu unterstützen. Geisler dazu: „Fast 1.700 bäuerliche Betriebe im Bezirk Schwaz sind noch aktiv. 1.300 davon halten durchschnittlich 24 Rinder. 75 Mio. Liter Milch werden pro Jahr in unserer Region produziert und damit auch 316 Almen erhalten. Denn die Almwirtschaft ist unmittelbar mit einer funktionierenden Landwirtschaft verbunden“, meint LAbg. Josef Geisler auch in Richtung Tourismus und Wirtschaft. Er möchte die Aktion auch in die Landespolitik tragen. „ Wir brauchen unsere bäuerlichen Betriebe, um die Kulturlandschaft für alle offen zu halten“, sagt Geisler, dem bewusst ist, dass in vielen Bereichen schwierige Zeiten angesagt sind. „Umso mehr ist die Region wichtig. Die Krise können wir nur gemeinsam bewältigen“, so der Zillertaler Abgeordnete.

Mitmachen ist selbstverständlich

„Zwischen Wirtschaft und Landwirtschaft besteht ein enger Schulterschluss“,betont Heinz Kröll. Deshalb war es für den Geschäftsführer der Sennerei Zillertal selbstverständlich, dass sein Betrieb an der Aktion „Heimisch kaufen“ teilnimmt. „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Verarbeiter und Verbraucher in einem Boot sitzen und durch Konsumpatriotismus Jobs gesichert werden. Alleine in unserem Betrieb arbeiten 60 Mitarbeiter. Jobs, die einerseits durch die Bauern des hinteren Zillertals als Produzenten, vor allem aber durch die Tirolerinnen und Tiroler als treue Konsumenten gesichert sind“. Mit der Sennerei Zillertal, Tirols zweitgrößter Molkerei, haben sich jetzt alle Sennereien des Zillertals der Aktion „Heimisch kaufen – Österreichische Arbeitsplätze sichern!“ angeschlossen.

Facts zu „Heimisch kaufen – Österreichische Arbeitsplätze sichern“ in TIROL

    * 14 Betriebe Tirol Partnerbetriebe (Stand Freitag, 7. Mai 2010)
    * sichern derzeit rund 600 Arbeitsplätze
    * über 200 Unterstützer auf www.heimischkaufen.at bzw. auf Unterschriftenlisten aus Tirol
    * Ziel sind 50 Partnerbetriebe in ganz Tirol mit rund 3.000 Mitarbeitern
    * Verteilaktionen und Festveranstaltungen zum Thema

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