Bergbauern wollen auch in Zukunft Nahrung und Landschaft erzeugen

„Unsere Bergbauern wollen in Zukunft nicht nur Landschaft, sondern weiterhin hervorragende Lebensmittel erzeugen und die Politik muss die Rahmenbedingungen dafür garantieren.
Eßl: Bergbauern wollen auch in Zukunft Nahrung und Landschaft erzeugenDerzeit findet eine intensive Diskussion über die Europäische Agrarpolitik nach 2013 statt, an der wir uns aktiv beteiligen werden, damit unsere Berglandwirtschaft auch in der nächsten Finanzplanungsperiode der EU von 2014 bis 2020 abgesichert ist. Produktionsfunktion und Multifunktionalität der Landwirtschaft im Berggebiet sind als die wesentlichen gesellschaftlichen Leistungen der Bergbauernfamilien untrennbar miteinander verbunden. Daher haben auch die grundlegenden Instrumente der 1. Säule der EU-Agrarpolitik, wie Interventionen oder Exporthilfen, weiterhin eine fundamentale Bedeutung“, stellte Franz Essl, Obmann der ARGE Bergbauernfragen der LK Österreich und Präsident der LK Salzburg, fest.

Höhere Produktionskosten abgelten

„Die Produktionsfunktion der Berglandwirtschaft steht im Spannungsfeld zwischen liberalisierten Agrarmärkten und den in den Bergregionen höheren Produktionskosten. Eine erfolgreiche Positionierung der Berglandwirtschaft mit ihren Produkten verlangt spezifische Strategien, einschließlich einer klareren Kennzeichnung“, so Eßl weiter.
 
„Die österreichische Bergbauernpolitik liegt im europäischen Spitzenfeld und zeichnet sich vor allem mit den spezifischen Instrumenten Ausgleichszulage und Umweltprogramm aus. Ein zentrales Element einer künftigen Politik für die Bergebiete wird daher die Ausgleichszulage zum Ausgleich der beständigen naturbedingten Benachteiligungen bleiben. Daher ist der Ausbau der finanziellen Substanz (derzeit 276 Mio €) dringend notwendig. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang auch die Ankündigung der Agrarkommissarin positiv, dass die Obergrenzen der Zahlungen angehoben werden sollten. Darüber hinaus muss auf EU-Ebene der legistische Rahmen ausgebaut werden, damit mehr Gestaltungsspielraum für die funktionsgerechte Differenzierung der Ausgleichzulage, vor allem in der Unterscheidung zwischen Betriebstypen mit einer Präferenz für die Viehwirtschaft (Rinder) möglich wird“, ergänzte Eßl.

EU-Budget: Keine Re-Nationalisierung

„Wenn derzeit über das zukünftige EU-Budget diskutiert wird, gilt es zu vermeiden, dass jene die Oberhand erhalten, die sich für eine Re-Nationalisierung der europäischen Agrarpolitik bzw. der Finanzierung aussprechen. Die Vergangenheit hat ganz klar gezeigt, dass nur eine gemeinsame Politik trotz größter Herausforderungen, wie die EU-Erweiterung, kalkulierbare Rahmenbedingungen mit sich gebracht hat. Das erleichterte die längerfristige Ausrichtung der landwirtschaftlichen Betriebe. Umso mehr ist es an der Zeit, dass mit dem neuen EU-Haushalt eine nachhaltige Positionierung der Gemeinsamen Agrarpolitik als Gemeinschaftsaufgabe erfolgt. Eine Renationalisierung würde einen fundamentalen Rückschritt bedeuten, ohne über nationale Instrumente einen Ausgleich herbeiführen zu können“, warnte Eßl abschließend

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