Ist Bio besser // Teil II

Die Frage „Sind Bioprodukte wirklich besser?“ beschäftigt in den letzten Wochen die Presse. Den Anstoß zu dieser Diskussion haben Berichte über die Arbeiten einer britischen Forschergruppe gegeben. Diese sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es „wenn überhaupt, dann nur einen kleinen Unterschied“ zwischen konventionell und ökologisch erzeugten Lebensmitteln gibt.

Die Ergebnisse dieser Studie empören viele Akteure und Wissenschaftler anderer Forschungseinrichtungen. Für sie sind sie der Beleg, dass in der Öffentlichkeits- und Pressearbeit mit vereinfachenden, skandalträchtigen Aussagen einfacher zu arbeiten ist als mit der komplexen Realität.

Wichtig war den Bioakteuren schon immer, auf die besonderen Prozessqualitäten der ökologischen Lebensmittelverarbeitung hinzuweisen. Umfassende Anforderungen an die Erzeugung und Verarbeitung der Bioerzeugnisse sind von Landwirten und verarbeitenden Unternehmen einzuhalten. Die Definition von „Bio“ erfolgt nicht über die Abwesenheit von Stoffen (in Form von Rückstandsfreiheit), sondern über die Reglementierung des Einsatzes von bestimmten Stoffen. Dazu gibt es in den EG-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau Positivlisten, in denen nur wenige der in der konventionellen Landwirtschaft und Verarbeitung zulässigen Stoffe zugelassen sind.

Komplette Technologien, wie die Gentechnik und die Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen, sind im System des ökologischen Landbaus verboten. Einzelne privatrechtliche Verbände sind in ihren Richtlinien noch strenger und verbieten die Ultrahocherhitzung, die Homogenisierung von Milch oder den Einsatz von Mikrowellen in der Lebensmittelverarbeitung.

In einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien wurden die Unterschiede zwischen biologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln untersucht. Die österreichische Wissenschaftlerin Alberta Velimirov beispielsweise hat in ihren Fütterungsversuchen nachgewiesen, dass Tiere biologisch erzeugte den konventionell erzeugten Produkten vorziehen. Andere Studien belegen, dass Bioobst und Biogemüse mehr gesundheitsrelevante Inhaltsstoffe enthalten. Beispielsweise wurde in Bioprodukten ein höherer Gehalt an Flavonoiden und anderen Polyphenolen nachgewiesen – Stoffe, die als Gefäß schützende Substanzen gelten und somit Herz-Kreislauf-Problemen vorbeugen können.

Auch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bestätigt das hohe Qualitätsniveau der von ihr beurteilten Bioprodukte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s